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Anlässlich der Ermordung Alberto Adrianos am 11.06.2000 wurde heute in Dessau, Halle, Halberstadt und Magdeburg der mindestens vierzehn Menschen gedacht, die aus rechtsextremen, rassistischen oder biologistischen Motiven seit 1992 in Sachsen-Anhalt umgebracht umgebracht wurden.

Auch der Blog "Warum Adriano?" inklusive der zum Gedenktag 2021 erschienenden gleichnamigen Broschüre, Beiträge und Features auf Radio Corax erzählen von dem von Dessau ausgehend sich inzwischen landesweit etablierenden Tag der Erinnerung.

Zu einem stillen Gedenken 21 Jahre nach der Ermordung Alberto Adrianos und 13 Jahre nach dem Mord an Hans-Joachim Sbrzesny lud das Multikulturelle Zentrum Dessau e.V. gemeinsam mit der auch der AGSA angehörenden Arbeitsgruppe "Tag der Erinnerung" an der Stele im Dessauer Stadtpark und anschließend an der Parkbank am Hauptbahnhof ein. Ca. 45 Bürger*innen waren vor Ort - Vertreter*innen der Mobilen Opferberatung in Sachsen-Anhalt, des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt, der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, des Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, des Alternativen Jugendzentrums Dessau, Vertreter*innen der Jüdischen und Islamischen Gemeinde sowie der Lokal- und Landespolitik, darunter Oberbürgermeister Peter Kuras (FDP) und MdL Cornelia Lüddemann (Bündnis 90/ Die Grünen). 

Kuras ruft in seinem Pressestatement auf, wachsam zu sein "vor den Gefahren post-faktischer Meinungsmache in sozialen Medien, [...] vor dem Versprechen einfacher Lösungen für politisch hochkomplexe Prozesse, [...] vor verharmlosenden 'Das-wird-man-ja-wohl-nochmal-sagen-dürfen-Sätzen', [...] vor den noch immer gängigen rassistischen Zuschreibungen vergangener Tage". Die Erinnerung müsse wachgehalten werden, denn "wer vergisst, verlernt und wiederholt".

 

Weitere Informationen:

https://multikulti-dessau.de/

https://www.warumadriano.de/

https://www.rechte-gewalt-sachsen-anhalt.de 

twitter: @warumadriano

 

In Magdeburg wurde mit einer Blumenniederlegung und dem Aufruf zu individuellem Gedenken an den drei Tatorten gedacht, an denen Thorsten Lamprecht (✝1992), Frank Böttcher (✝1997) und Rick Langenstein (✝2008) gewaltsam zu Tode kamen. Dazu riefen das Bündnis gegen Rechts Magdeburg, der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. und Miteinander e.V. auf.

Im Harz, in Halberstadt, erinnerten das Soziokulturelle Zentrum Zora, das Bündnis Bunter Harz und der Dachverein Reichenstraße e.V. mit einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung an Helmut Sackers (✝2000) und Eberhart Tennstedt (✝1994). 

In Halle-Neustadt verteilten Akteur*innen von Migrants' Voices und vom Multikulturellen Zentrum an einem Infostand für die migrantische Community Halles Informationen zu Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt, zum Mord an Jörg Danek (✝1999) in Halle-Neustadt und zu Möglichkeiten des Erkennens von und Verhaltens bei rechten Angriffen.