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IHK Titel "Wir haben noch einen erheblichen Nachholbedarf". Zur Standortattraktivität Sachsen-​Anhalts und der Mittlerrolle zwischen Behörden und Unternehmen (AGSA-​Geschäftsführer K. Blau im Interview mit der IHK)

Der Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-​Anhalt e.V. (AGSA), Krzysztof Blau, hat sich im IHK-​Journal „Der Markt“ (Ausgabe 06/2019) zu den Themen EU, Integration und Wirtschaft sowie die Rolle der AGSA geäußert. Seine Vorstellungen zur Perspektive der AGSA als ein Dachverband von 43 Migrantenorganisationen seien, „dass wir eine Brückenfunktion zwischen den öffentlichen Institutionen, den Unternehmen und den Menschen, die hier leben, einnehmen“, sagte Krzysztof Blau in dem Interview. Unternehmen könnten von einer Zusammenarbeit mit der AGSA profitieren. Die AGSA sei Mittler, berate und coache Behörden und Unternehmen rund um das Thema Vielfalt, biete maßgeschneiderte Workshops für ihre Mitarbeiter und organisiere Fachvorträge.

Um für ausländische Fachkräfte attraktiver zu werden, müsse Sachsen-​Anhalt allerdings deutlich selbstbewusster sein und nach außen tragen, dass es sich lohnt, in das Bundesland zu kommen. Dies betreffe vor allem die Unionsbürger, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind und von der Wirtschaft aufgenommen wurden. „Diese Menschen sollten wir gezielt ansprechen und ihnen zeigen, dass sie hier leben und arbeiten können und sie gebraucht werden. Für viele Jahre nach der Wende war Sachsen-​Anhalt für diese Art von Migration nicht interessant. Dies führte dazu, dass dieser Standort nicht bekannt ist“, so Blau.

 

Neben den Geflüchteten kämen EU-​Bürger verstärkt in den Arbeitsmarkt. Doch würden diese Menschen in der gesellschaftlichen und politischen Wahrnehmung nicht als Gruppe mit Integrationsbedarf wahrgenommen. Es werde behauptet, dass diese Menschen mobil sind und eigentlich gar nicht hier sind. „Da bin ich anderer Meinung“, betonte Blau. Umso mehr bestehe die Notwendigkeit, bei Beratung und Unterstützung nachzujustieren. Der Mensch, der hier arbeite, benötige auch ein gesundes soziales Klima und müsse das Gefühl erfahren, dass er und seine Familie hier angekommen sind. Der Schlüssel zur Integration sei die Sprache, aber Unionsbürger hätten keinen direkten Zugang zu Integrations-​ und Sprachkursen. Es gebe für ihn keinen nachvollziehbaren Grund, diese Aufteilung beizubehalten, so Blau. Es gebe keinen Sinn, „wenn wir aufgrund der Herkunftsländern entscheiden, wer einen Integrationskurs bekommt“.

Quelle: Integrationsportal Sachsen-Anhalt