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IMG 6591Elf ehrenamtlich Engagierte konnten am 4. September 2019 in Dessau-Roßlau als Teilnehmer*innen der neuen Weiterbildungsreihe „Interkultur im Ehrenamt“ begrüßt werden.
Konzipiert, organisiert und durchgeführt wird diese Reihe vom IKOE-Projekt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. in Kooperation mit dem Multikulturellen Zentrum e.V. in Dessau.

 

Unterstützung ohne Frust
Menschen aller Altersgruppen und Herkunft engagieren sich seit mehreren Jahren als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Bereich Integration in Dessau-Roßlau. Vielfach gelingt dabei eine respektvolle und unterstützende Begegnung. Doch auch die Ehrenamtlichen stoßen an ihre Grenzen und Möglichkeiten.
In dem Workshop „Rolle Ehrenamt: Chancen und Grenzen“ reflektierten die Teilnehmenden ihre eigene Art der Unterstützungsarbeit und deren Wirkung auf andere. Sie diskutierten über Situationen, in denen ihr Unterstützungsangebot verweigert, ihre Erwartungen enttäuscht wurden oder sie sich missverstanden fühlten. Der Workshop versuchte, die Sichtweisen beider Seiten zu vermitteln, wobei insbesondere die Fragen bewegten: Welche Faktoren beeinflussen die Zusammenarbeit? Wann wird gut gemeinte Hilfe für beide Seiten zu einer Last? 

 

Auf Augenhöhe unterstützen
In der Begegnung zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten können die Lebenssituationen in vielen Fällen kaum unterschiedlicher sein. Dies betrifft vor allem die unterschiedlichen Möglichkeiten der selbstbestimmten Gestaltung des eigenen Lebens und die Erwartungen aneinander.
Hinzu kommt, dass die Begegnung zwischen Unterstützenden und Geflüchteten nicht immer auf Augenhöhe geschieht und von einem gesellschaftlichen Ungleichgewicht geprägt sein kann.
„Die Gründe für dieses Ungleichgewicht sind vielfältig und sowohl historisch als auch durch die konkrete Begegnungssituation geprägt, in der beide Seiten einen unterschiedlichen gesellschaftlichen Status einnehmen. Das sind nur einige Faktoren, die das zwischenmenschliche Verhältnis im Ehrenamt beeinflussen und Unzufriedenheit sowie Konflikte bei Unterstützenden und Geholfenen fördern können“, erklärte hierzu die Referentin Katja Paulke vom IKOE-Projekt.

Selbstreflexion üben und reden
Die Frage bleibt: Wie kann eine gelingende Zusammenarbeit ohne Bevormundung, Frustration und Konflikte gestaltet werden?
Selbstreflexion ist ein wesentlicher Faktor, um das eigene Engagement weiter zu entwickeln. Hierfür bot der Workshop Übungen und Diskussionsfragen wie zum Beispiel „Welche Fragen dienen meiner Neugierde und bringen andere in eine Situation sich zu rechtfertigen? Wie kann Unterstützung organisiert werden, dass sich nicht nur Helfende als selbstwirksam erleben? Und wie kann die Unterstützung dazu beitragen, dass Entscheidungs- und Handlungsspielräume der zu Unterstützenden größer werden?“
In einem offenen und wertschätzenden Miteinander liegt außerdem aus Sicht der Teilnehmenden der Schlüssel für eine gelingende Zusammenarbeit. Aus seinen Erfahrungen heraus unterstreicht Murhaf Al Ahmed die Notwendigkeit, im Gespräch miteinander zu bleiben und nicht nur das: „Es ist wichtig immer auch die andere Seite zu hören, nachzufragen und miteinander zu reden“.

Am 17. Oktober 2019 geht die IKOE-Weiterbildungsreihe für die Ehrenamtlichen in Dessau-Roßlau in die nächste Runde. Dann wird das Thema „Konflikte gemeinsam lösen“ auf dem Programm stehen.Interessent*innen an der Veranstaltung melden sich bitte bei AGSA-Mitarbeiterin Katja Paulke (katja.paulke(et)agsa.de)

Foto: Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., Sharifa Minhel (c)