Tag der Erinnerung 2021

COM_JCALPRO_STARTDATE: Fr. 11 Jun, 2021 9:00
Dauer: Ganzer Tag

 

Am 11. Juni 2021, 21 Jahre nach der Ermordung Alberto Adrianos und 13 Jahre nach dem Mord an Hans-Joachim Sbrzesny, lädt das Multikulturelle Zentrum Dessau e.V. gemeinsam mit der auch der AGSA angehörenden Arbeitsgruppe "Tag der Erinnerung", zum Gedenken in Dessau und in anderen Städten ein. 

Dazu sind in Dessau um 14 Uhr an der Stele im Stadtpark und um 15 Uhr an der Parkbank am Hauptbahnhof zivilgesellschaftliche Akteur*innen, engagierte Bürger*innen und Vertreter*innen politischer Parteien oder Institutionen sowie die allgemeine Öffentlichkeit eingeladen. Vor Ort sein werden auch Vertreter*innen der Strukturen der Mobilen Opferberatung in Sachsen-Anhalt, des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt, der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, des Alternativen Jugendzentrums Dessau und andere, sowie Vertreter*innen der demokratischen Parteien in Land und Kommune und der Stadt Dessau-Roßlau, darunter Oberbürgermeister Kuras. Es gelten die bekannten Hygieneregeln lt. Corona-EindV des Landes.

 

Seit der Wende sind mindestens 14 weitere Orte hinzugekommen, an denen Menschen ihr Leben verloren haben, weil sie Hass getriebenen, rassistisch, völkisch oder biologistisch motivierten Tätern gewaltvoll zum Opfer gefallen sind.

So wird in Magdeburg an drei Orten Opfern rechtsextremer Gewalt gedacht:

- Torsten-Lamprecht-Weg - Thorsten Lamprecht (1992)
- Endhaltestelle "Klinikum Olvenstedt" - Frank Böttcher (1997)
- Hektorweg - Rick Langenstein (2008)

An allen drei Orten werden am Freitag um 9.00 Uhr Blumen niedergelegt. Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg, der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. und Miteinander e.V. laden ein, unter Beachtung der Hygieneregeln dazuzukommen oder zu einer individuellen Zeit zu gedenken.

 

Im Harz, in Halberstadt, erinnern das Soziokulturelle Zentrum Zora, das Bündnis Bunter Harz und der Dachverein Reichenstraße e.V. mit einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung zum Tag der Erinnerung von 13 bis 15 Uhr an Helmut Sackers (✝2000) und Eberhart Tennstedt (✝1994), zwei aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwundene Opfer rechter Morde.

 

In Halle-Neustadt werden Akteur*innen von Migrants' Voices und vom Multikulturellen Zentrum anläßlich des Tages der Erinnerung an einem Infostand für die migrantische Community Halles Informationen zu Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt, zum Mord an Jörg Danek (✝1999) in Halle-Neustadt und zu Möglichkeiten des Erkennens von und Verhaltens bei rechten Angriffen verteilen.

 

Radio-Berichterstattung und Audio-Feature "Warum Adriano?"

Am 11. Juni 2021 wird es eine Sonderberichterstattung zum Tag der Erinnerung auf dem Sender Radio Corax 95,9 FM geben, und zwar im Morgenmagazin von 9-10 Uhr und im Mittagsmagazin von 13-14.30 Uhr. Im Programm, das von der Tagesaktuellen Redaktion des Senders zusammen mit dem Multikulturellen Zentrum vorbereitet wurde, wird auch in Liveschalten aus Dessau, Halberstadt oder Halle-Neustadt von den Gedenkaktionen berichtet. Die Sonderberichterstattung wurde auch von den Freien Radios in Berlin (88,4 UKW) und Potsdam (90,7 UKW) übernommen und ausgestrahlt.

 

Zudem wird das große Audiofeature "Warum Adriano?" von 14.37 bis 17.00 Uhr in voller Länge auf Radio Corax 95,9 FM ausgestrahlt.

 

Vorstellung der Broschüre "Warum Adriano?"

Am 11. Juni 2021 wird es von 11-12 Uhr eine Vorstellung der anläßlich des 20. Jahrestages der Ermordung von Alberto Adriano erstellten Broschüre "Warum Adriano? Der Mord an Alberto Adriano und migrantische Erinnerungsarbeit in Dessau 2000-2020" geben, die zugleich digital veröffentlicht wird. Die Präsentation findet im Webinarformat statt, mit dem Vorstand des Multikulturellen Zentrums, Sher Shah Akbari, dem Gründungsmitglied und Geschäftsführer Razak Minhel sowie seinem Stellvertreter, Hans Goldenbaum. Die Herausgeber erklären den Hintergrund und das Anliegen der Publikation so: "Die Broschüre beschäftigt sich aus Perspektive des Multikulturellen Zentrums mit dem Mord an Alberto Adriano und seinen Folgen und Wirkungen in der Stadt Dessau wie in Deutschland insgesamt. Dabei werden die unmittelbaren Reaktionen in der migrantischen Community, in der Stadt oder auf Bundesebene, die juristische Aufarbeitung sowie die folgenden politischen, künstlerischen oder soziokulturellen Reaktionen und Bezugnahmen in den Blick genommen, ebenso wie die komplexe und schwierige Rolle der migrantischen Akteure in der Erinnerungsarbeit, die sich in den letzten 20 Jahren deutlich gewandelt hat."


Weitere Informationen:

https://multikulti-dessau.de/

https://www.warumadriano.de/

https://bgrmagdeburg.wordpress.com/2021/06/09/tag-der-erinnerung-am-11-juni/ 

twitter: @warumadriano und unter den hashtags #warumadriano und #tagdererinnerung.

 

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