AGSA feiert 5. Internationaler Neujahrsempfang im einewelt haus

5. Internationaler Neujahrsempfang der AGSA: Begegnung, Demokratie und Verantwortung für die Zukunft

Am 28. Januar fand im einewelt haus Magdeburg der 5. Internationale Neujahrsempfang der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) statt. Über 130 Gäste aus unseren Mitgliedsorganisationen, Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Kammern folgten der Einladung zum gemeinsamen Jahresauftakt. Der Empfang stand in diesem Jahr in einem besonderen Kontext: 30 Jahre einewelt haus Magdeburg – drei Jahrzehnte als Ort der Begegnung, des Austauschs und des zivilgesellschaftlichen Engagements.

Musikalisch begleitet wurde der Abend von Karolina Trybala, die mit ihrer Musik den internationalen Charakter des Empfangs eindrucksvoll unterstrich.

Begrüßung: 30 Jahre einewelt haus – ein lebendiger Ort der Begegnung
Eröffnet wurde der Abend durch Krzysztof Blau, Geschäftsführer der AGSA. In seiner Begrüßung verwies er auf das 30-jährige Jubiläum des einewelt hauses und dessen besondere Rolle als offener Raum für Dialog, Vielfalt und Zusammenarbeit. Das einewelt haus sei kein statischer Ort, sondern ein lebendiger Treffpunkt, der sich immer wieder neu entwickle – getragen von Initiativen, Vereinen und engagierten Menschen.

Grußwort von Susi Möbbeck
Ein zentrales Grußwort hielt Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie Integrationsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt. Sie würdigte die Arbeit der AGSA und des einewelt hauses als unverzichtbaren Teil der demokratischen Infrastruktur des Landes. Gerade zivilgesellschaftliche Orte seien entscheidend, um Teilhabe zu ermöglichen, Zusammenhalt zu stärken und demokratische Werte im Alltag erlebbar zu machen.

Rede des Vorstandsvorsitzenden: Begegnung als Kern demokratischen Handelns
In seiner Rede betonte Dennis Butewitz, Vorstandsvorsitzender der AGSA, die Bedeutung von Begegnung als Grundlage für Vertrauen, Verständigung und gemeinsame Verantwortung. Der Internationale Neujahrsempfang sei bewusst als Ort des Austauschs gedacht – jenseits des Alltags und mit Raum für neue Verbindungen.

Mit Blick auf 30 Jahre einewelt haus hob er hervor, wie wichtig verlässliche Orte für zivilgesellschaftliches Engagement sind. Die AGSA wirke dabei häufig im Hintergrund: vernetzend, beratend, unterstützend. Gerade diese oft unsichtbare Arbeit sei entscheidend, um Engagement langfristig tragfähig zu machen – insbesondere in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung.

Der Empfang sei zugleich ein Startsignal für ein Jahr der Demokratie. Demokratie brauche Beteiligung, Dialog und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Auch die Frage der gesellschaftlichen Deutungshoheit sei zentral: Welche Bilder, Begriffe und Erzählungen prägen unser Zusammenleben? Diese dürften nicht jenen überlassen werden, die ausgrenzen oder vereinfachen.

Mit Blick auf die Landtagswahlen 2026 und die geplante Themenstraße „Weltoffenes Sachsen-Anhalt“ unterstrich Butewitz die besondere Verantwortung der Zivilgesellschaft als Raum für Dialog und Verständigung. Die AGSA werde auch künftig vernetzen, ermöglichen und Räume offen halten, in denen demokratisches Miteinander praktisch erfahrbar bleibt.

Festrede von Dieter Steinecke: Erinnerung, Verantwortung und Frieden
Die Festrede hielt Dieter Steinecke, Präsident des Landtages Sachsen-Anhalt a. D. In eindringlichen Worten erinnerte er an die Lehren der Geschichte und zitierte das Gedicht „Über einige Davongekommene“ von Günter Kunert. Daraus spreche die Skepsis, ob die Menschheit tatsächlich lernfähig genug sei, das „Nie wieder“ dauerhaft Wirklichkeit werden zu lassen.

Steinecke mahnte, dass Geschichtsvergessenheit, fehlende Empathie und Ausgrenzung den Nährboden für antidemokratische Entwicklungen bilden – damals wie heute. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei notwendig, um Werte zu sichern, Orientierung zu finden und solidarisch Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Mit Blick auf Europa erinnerte er an das europäische Einigungswerk und die friedlichen Revolutionen von 1989 als große zivilisatorische Errungenschaften. Frieden sei jedoch nicht selbstverständlich: Kriege breiteten sich aus wie Epidemien, ihnen könne nur mit Klugheit, Verständigungswillen und moralischer Entschlossenheit begegnet werden. Sein Appell: Tag für Tag für Frieden, Demokratie und Menschlichkeit einzustehen – und das „Nie wieder“ als Auftrag zu begreifen.

Zeichen der Solidarität: Spendenübergabe
Ein besonders bewegender Moment des Abends war die Spendenübergabe an Gopal Rijjal Indra Prasad, Betroffener des Anschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Die Spende stammt aus einer gemeinsamen Spendenaktion der Magdeburg Indians e. V. und der AGSA.

In seinem Grußwort betonte Deeban Chakravarthi Mathivanan, Vorsitzender der Magdeburg Indians e. V., die Bedeutung von Solidarität und gegenseitiger Unterstützung – gerade in Zeiten, in denen Menschen von Gewalt und Ausgrenzung betroffen sind. Die Spendenübergabe machte deutlich, was zivilgesellschaftliches Engagement konkret bewirken kann.

Besondere Gäste und Unterstützung aus Politik und Wirtschaft
Unter den Gästen des Abends befanden sich auch führende Vertreter unserer Kooperationspartner, darunter Andre Rummel, Hauptgeschäftsführer der IHK Magdeburg und Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der HWK Magdeburg, Dr. Ingo Gottschalk, Beigeordneter der LH Magdeburg für Soziales, Jugend und Gesundheit sowie Matthias Stübig, stellvertretender Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Ihre Anwesenheit unterstrich die breite gesellschaftliche Verankerung der Arbeit der AGSA und des einewelt hauses – über die Zivilgesellschaft hinaus bis in Wirtschaft, Bildung und politische Bildung hinein.

Für einen besonderen Moment sorgte die Landeszentrale für politische Bildung, die den Abend nutzte, um die AGSA mit einer Überraschung zu würdigen: der Übergabe eines Förderbescheids zur Unterstützung der weiteren Arbeit. Diese Anerkennung machte deutlich, dass das Engagement für Demokratie, politische Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht nur ideell, sondern auch ganz konkret getragen wird. Die Förderung wurde als wichtiges Signal verstanden, zivilgesellschaftliche Strukturen gerade in herausfordernden Zeiten zu stärken und verlässlich zu unterstützen.

Dank und Ausblick
Ein besonderer Dank galt dem Offenen Kanal Magdeburg für die technische Unterstützung des Abends sowie allen Mitwirkenden, Gästen und Engagierten.

Der 5. Internationale Neujahrsempfang der AGSA war damit weit mehr als ein gesellschaftlicher Jahresauftakt. Er verband 30 Jahre einewelt haus mit einem klaren Bekenntnis zu Begegnung, Demokratie, Frieden und einem gemeinsamen Blick in die Zukunft – getragen von der Überzeugung, dass eine offene und solidarische Gesellschaft nur gemeinsam gestaltet werden kann.

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