Erfolgreiche Premiere des „Stadtgesprächs“
AGSA und Stadtmarketingverein starten neue Reihe zur Weltoffenheit
Mit dem neuen Veranstaltungsformat „Stadtgespräch“ haben die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt (AGSA) und der Stadtmarketingverein „Pro Magdeburg“ Ende Januar eine neue öffentliche Diskussionsreihe gestartet. Bei der Auftaktveranstaltung im einewelt haus diskutierten vier Gäste über Internationalität, Integration und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt.
Moderator Stadtmanager Georg Bandarau betonte zu Beginn die zentrale Bedeutung dieser Themen für die Ottostadt und das gesamte Bundesland. Internationale Fachkräfte seien unverzichtbar für die wirtschaftliche Entwicklung: „Ohne sie würde der wirtschaftliche Motor fehlen.“ Auch ausländische Unternehmen und Studierende stärkten die Internationalität in vielen Arbeits- und Lebensbereichen.
AGSA-Geschäftsführer Krzysztof Blau stellte die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt mit ihren mehr als 50 Mitgliedsorganisationen vor. Als Trägerin des einewelt haus, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, fungiert die AGSA als landesweit tätiger Dachverband von Organisationen, die sich für ein demokratisches Miteinander sowie für gleichberechtigte soziale Teilhabe unabhängig von Herkunft, Religion, Sprache oder anderen Merkmalen einsetzen. Das einewelt Haus versteht sich dabei als offene Kultur-, Bildungs- und Begegnungsstätte in Magdeburg. Begegnungen seien ein entscheidender Faktor für gelingende Integration, betonte Blau: „Sie sind der Schlüssel zum Abbau von Vorurteilen und für eine gemeinsame Stadtgesellschaft.“ Mit jährlich über 2.000 Veranstaltungen verstehen die AGSA und das einewelt haus Integration als einen langfristigen, gemeinschaftlichen Prozess, der kontinuierlichen Austausch und Engagement erfordert.
Auf die Rolle der Hochschulen ging Prof. Dr. Manuela Schwartz, Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal, ein. Rund zehn Prozent der Studierenden der hiesigen Hochschule stammen aus dem Ausland. Internationalisierung leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Die Hochschule sei ein offener und sicherer Raum, der Integration unter anderem durch Sprachförderung und Begleitprogramme unterstützte. Ein Schwerpunkt liege in der Hochschule Magdeburg-Stendal zudem auf internationalen Kooperationen: So leitet die Hochschule eines der bedeutendsten Projekte der deutschen Außenwissenschaftspolitik – den Aufbau und die Weiterentwicklung der German-Jordanian University in Amman. Mitarbeitende und Lehrende können im Rahmen von Austauschprogrammen nach Jordanien reisen.
Die Bedeutung tragfähiger Willkommensstrukturen für internationale Fachkräfte hob Angela Brockmann, Unternehmerin und Mitglied in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Magdeburg hervor. Sowohl aus Sicht der Kammer als auch aus unternehmerischer Perspektive bestehe weiterer Handlungsbedarf. Eine der Hürden seien unter anderem zu hohe Anforderungen an Deutschkenntnisse.
Thomas Wach vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), Pädagogischer Mitarbeiter und Projektleiter AMIF – Europäischer Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds – vom Regionalbüro Halle (Saale), stellte die vielfältigen Integrationsangebote des DRK vor. Neben Beratung und Begegnungsformaten gehören auch Sprachförderung und Nachhilfe dazu. Das Ehrenamt sei ein wichtiger Integrationsweg, ebenso die Freiwilligendienste, in denen viele Menschen mit Migrationshintergrund aktiv seien. Zudem informierte Wach über ein neues Integrationsprojekt, das Anfang des Jahres an drei Standorten gestartet ist.
In der abschließenden Diskussion waren sich alle Beteiligten einig: Integration gelingt durch Begegnung, Offenheit und pragmatische Lösungen. Gute Deutschkenntnisse seien wichtig, dürften jedoch kein Ausschlusskriterium sein, wenn sie noch nicht vollständig vorhanden sind. Integration und Weltoffenheit seien eine gemeinsame Aufgabe von Stadtgesellschaft, Institutionen und Wirtschaft.
Mit dem Format „Stadtgespräch“ möchten AGSA und der Stadtmarketingverein den öffentlichen Diskurs zur Weltoffenheit in Sachsen-Anhalts stärken. Regelmäßig trifft sich dazu ein moderiertes „Quartett“ aus Vertreterinnen und Vertretern der AGSA, aus Kommunal- und Landespolitik sowie Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Bildung und Kultur. Ziel ist es, Impulse für kommunales Handeln und gesellschaftliches Engagement zu setzen – im fachlichen Austausch ebenso wie durch persönliche Erfahrungen und gesellschaftspolitische Perspektiven.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Das nächste Stadtgespräch ist am 12.02.2026 um 18.00 Uhr im Halberstädter Glaimhaus geplant.