Landtagswahl 2026: Weltoffenheit und Begegnung sind unverhandelbar und bleiben Zukunftsaufgaben

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Landtagswahl 2026: Weltoffenheit und Begegnung sind unverhandelbar und bleiben Zukunftsaufgaben

Die Landtagswahl vom 6. September 2026 verändert die politischen Kräfteverhältnisse in Sachsen-Anhalt deutlich. Gerade jetzt braucht unser Land verlässliche Orte der Begegnung, des Austauschs und des Engagements. Das einewelt haus ist seit 30 Jahren ein solcher Ort und Heimat vieler Vereine und Initiativen. Weltoffenheit, Begegnung und internationale Zusammenarbeit sind für uns unverhandelbar. Deshalb müssen solche Strukturen auch in Zukunft erhalten und verlässlich abgesichert werden.

Denn Sachsen-Anhalt steht vor großen Veränderungen. Demografischer Wandel, Fachkräftebedarf, wirtschaftliche Transformation, Migration, internationale Verflechtungen und gesellschaftliche Polarisierung prägen die Entwicklung unseres Landes. Politische Antworten darauf werden unterschiedlich ausfallen und kontrovers diskutiert werden.

Umso wichtiger sind Orte und Strukturen, an denen Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit. Ihr Fortbestand ist keine Selbstverständlichkeit. Wenn Förderstrukturen, politische Prioritäten und die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Arbeit neu verhandelt werden, können auch Einrichtungen unter Druck geraten, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Ein Verlust des einewelt hauses wäre deshalb weit mehr als der Verlust eines Gebäudes. Sachsen-Anhalt würde einen Ort verlieren, an dem gesellschaftlicher Zusammenhalt jeden Tag praktisch entsteht.

Die AGSA: Internationale Zusammenarbeit und Vielfalt unter einem Dach

Die Auslandsgesellschaft versteht sich als Dach- und Fachverband für internationale Zusammenarbeit und interkulturelle Arbeit in Sachsen-Anhalt. Unter ihrem Dach und vor allem im einewelt haus Magdeburg kommen sehr unterschiedliche Organisationen, Vereine und Initiativen zusammen. Dazu gehören internationale Freundschafts- und Kulturgesellschaften ebenso wie migrantisch geprägte Vereine, entwicklungspolitische Initiativen, Organisationen aus der Integrationsarbeit, europäische und internationale Projekte sowie Akteur*innen der politischen und gesellschaftlichen Bildungsarbeit.

Gerade diese Breite ist eine besondere Stärke.

Unsere Mitgliedsorganisationen bringen unterschiedliche Sprachen, Geschichten, internationale Beziehungen, fachliche Erfahrungen und gesellschaftliche Perspektiven zusammen. Manche arbeiten seit Jahrzehnten an internationalen Partnerschaften, andere engagieren sich für Zugewanderte, für gesellschaftliche Teilhabe, für entwicklungspolitische Themen oder für Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Gemeinsam zeigen sie: Internationale Zusammenarbeit und gesellschaftliche Vielfalt sind keine abstrakten politischen Begriffe. Sie werden jeden Tag von Menschen praktisch gelebt.

Das einewelt haus: Ein Ort, an dem Gesellschaft zusammenkommt

Besonders sichtbar wird diese Arbeit im einewelt haus Magdeburg.

Seit vielen Jahren ist es Geschäftsstelle der AGSA, Arbeitsort verschiedener Projekte und Organisationen und vor allem ein offener Ort der Begegnung. Hier finden Beratungen, Workshops, politische und kulturelle Veranstaltungen, Sprach- und Begegnungsangebote, Sitzungen, Ausstellungen und internationale Aktivitäten statt.

Menschen kommen hier aus ganz unterschiedlichen Gründen zusammen. Manche suchen Beratung oder Unterstützung. Andere engagieren sich in einem Verein, lernen eine Sprache, diskutieren gesellschaftliche Themen, organisieren Veranstaltungen oder möchten Menschen kennenlernen, denen sie im eigenen Alltag sonst vielleicht nicht begegnen würden.

Genau solche Orte gewinnen in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft an Bedeutung und müssen erhalten werden.

Begegnung entsteht nicht automatisch. Sie braucht Räume, Strukturen und Menschen, die sie ermöglichen. Das einewelt haus schafft einen solchen Raum seit Jahrzehnten.
Für die AGSA ist deshalb klar: Orte wie das einewelt haus müssen langfristig erhalten und weiterentwickelt werden. Sie sind keine bloßen Veranstaltungsorte. Sie sind soziale Infrastruktur.

Sie ermöglichen Austausch dort, wo gesellschaftliche Gruppen sonst häufig nebeneinander leben. Sie schaffen Möglichkeiten für Ehrenamt und Beteiligung. Sie machen internationale Perspektiven in Sachsen-Anhalt sichtbar. Und sie bieten Raum für die Mitgliedsorganisationen der AGSA und viele weitere Partner*innen, ihre Arbeit in die Stadtgesellschaft einzubringen.

Diese Infrastruktur zu sichern, bleibt deshalb auch nach der Landtagswahl eine wichtige Aufgabe.

Weltoffenheit entscheidet mit über die Zukunft Sachsen-Anhalts

Die Frage nach internationaler Zusammenarbeit und Weltoffenheit ist dabei nicht allein eine Frage gesellschaftlicher Werte.

Sachsen-Anhalt ist längst international verflochten. Unternehmen arbeiten auf internationalen Märkten. Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind auf internationale Studierende und Fachkräfte angewiesen. Kommunen pflegen Partnerschaften mit Städten in anderen Ländern. Vereine organisieren Austauschprogramme. Menschen aus vielen Staaten leben und arbeiten in Sachsen-Anhalt.

Gleichzeitig stellt der demografische Wandel das Land vor erhebliche Herausforderungen.

Die AGSA hat deshalb gemeinsam mit anderen Akteur*innen bereits im Vorfeld der Landtagswahl darauf hingewiesen, dass Zuwanderung und Integration eng mit der zukünftigen Entwicklung Sachsen-Anhalts verbunden sind.

Weltoffenheit ist damit keine Zusatzaufgabe für Kultur- oder Integrationspolitik. Sie ist ein Standortfaktor und eine Voraussetzung dafür, dass Sachsen-Anhalt international anschlussfähig bleibt und Menschen hier eine Zukunft sehen.

Eine starke Zivilgesellschaft braucht verlässliche Strukturen

Eine Demokratie besteht nicht nur aus Parlamenten, Regierungen und Wahlen.

Sie lebt auch davon, dass Menschen sich organisieren, Verantwortung übernehmen und ihre Umgebung mitgestalten. Vereine, Initiativen, Verbände und ehrenamtlich Engagierte schaffen Orte der Begegnung, vermitteln Wissen, organisieren Unterstützung und bringen unterschiedliche Gruppen miteinander ins Gespräch.
Gerade die Mitgliedsorganisationen der AGSA zeigen, wie vielfältig dieses Engagement sein kann.

Ein kleiner ehrenamtlicher Kulturverein hat andere Bedürfnisse als ein professioneller Träger der Integrationsarbeit. Eine internationale Freundschaftsgesellschaft arbeitet anders als ein entwicklungspolitisches Netzwerk oder eine migrantisch geprägte Initiative. Manche Organisationen arbeiten vor allem lokal, andere pflegen Beziehungen über europäische und internationale Grenzen hinweg.

Diese Vielfalt ist kein Nachteil, sondern Kern des Netzwerks.

Die Aufgabe eines Dachverbandes besteht deshalb auch darin, diese unterschiedlichen Erfahrungen zusammenzubringen, gemeinsame Interessen sichtbar zu machen und kleinen wie großen Organisationen eine Stimme zu geben.

Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen.

Kurzfristige Projektförderungen allein können langfristige gesellschaftliche Aufgaben nicht dauerhaft tragen. Begegnungsorte, Beratungsangebote, Koordination, Ehrenamt und internationale Zusammenarbeit benötigen Planungssicherheit und Strukturen, auf die sich Menschen verlassen können.

Unterschiedliche Perspektiven müssen im Gespräch bleiben

Das Wahlergebnis zeigt, wie unterschiedlich Menschen in Sachsen-Anhalt gesellschaftliche Entwicklungen bewerten.

Diese Unterschiede werden nach einer Wahl nicht verschwinden. Die entscheidende Frage ist deshalb, wie wir miteinander umgehen.

Die AGSA ist parteipolitisch unabhängig. Gleichzeitig ist ihre Arbeit an klare Grundsätze gebunden: Demokratie, Humanität, Toleranz, Völkerverständigung und gesellschaftliche Teilhabe.

Parteipolitische Unabhängigkeit bedeutet für uns deshalb nicht Gleichgültigkeit gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen.

Wir wollen unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch bringen und Räume für Diskussion schaffen. Dazu gehört, Meinungsverschiedenheiten auszuhalten und politische Entscheidungen kritisch zu begleiten.

Gleichzeitig braucht gesellschaftlicher Dialog gemeinsame Grundlagen. Die Würde jedes Menschen, demokratische Grundrechte und die Möglichkeit, unabhängig von Herkunft oder Sprache am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, gehören dazu.

Begegnung ist kein Selbstläufer

In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung wird häufig gefordert, Menschen müssten wieder stärker miteinander reden.
Das stimmt. Aber solche Begegnungen entstehen nicht von selbst.

Sie entstehen, weil Vereine Veranstaltungen organisieren. Weil Ehrenamtliche Sprachcafés betreuen. Weil internationale Partnerschaften gepflegt werden. Weil Menschen Räume öffnen. Weil Organisationen Beratung anbieten. Und weil es Orte wie das einewelt haus gibt, an denen unterschiedliche Menschen tatsächlich zusammenkommen können.
Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss deshalb auch die Infrastruktur sichern, die ihn jeden Tag möglich macht.

Für die AGSA bedeutet das nach der Landtagswahl: Wir werden weiterhin internationale Zusammenarbeit ermöglichen, unsere Mitgliedsorganisationen miteinander vernetzen, Räume für Begegnung schaffen und Erfahrungen aus unserer Arbeit in gesellschaftliche und politische Debatten einbringen.

Sachsen-Anhalt bleibt Teil einer internationalen Gesellschaft

Nach Wahlen richtet sich die Aufmerksamkeit zunächst auf Parteien, Mehrheiten und mögliche Regierungsbündnisse. Für die langfristige Entwicklung unseres Landes sind jedoch weitere Fragen mindestens ebenso wichtig.

Wie gewinnen wir Menschen dafür, in Sachsen-Anhalt zu leben und zu arbeiten?
Wie sorgen wir dafür, dass Menschen, die bereits hier leben, sich beteiligen können?
Wie bleiben unsere Städte, Hochschulen, Unternehmen und Vereine international vernetzt?
Wie ermöglichen wir Begegnung zwischen Menschen, deren Lebensrealitäten unterschiedlich sind?
Und wie schaffen wir Räume, in denen gesellschaftliche Konflikte ausgetragen werden können, ohne dass Menschen ausgegrenzt werden?

Die AGSA und ihre Mitgliedsorganisationen werden sich auch in den kommenden Jahren an diesen Fragen beteiligen.

Das einewelt haus bleibt dabei ein ganz konkreter Ort für diese Aufgabe: ein Haus für Vereine und Initiativen, für internationale Zusammenarbeit und Engagement, für Diskussion und Begegnung.

Denn ein weltoffenes Sachsen-Anhalt entsteht nicht allein durch politische Beschlüsse.

Es entsteht dort, wo Menschen einander begegnen, miteinander arbeiten und gemeinsam Verantwortung für ihr Land übernehmen.

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