New York Times berichtet über das einewelt haus: „a beacon for migrants“
New York Times berichtet über das einewelt haus: „a beacon for migrants“
Das einewelt haus Magdeburg findet internationale Aufmerksamkeit: Am 16. September 2026 veröffentlichte die New York Times einen Beitrag über die Situation von Migrant*innen in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl. Darin beschreibt die Zeitung das einewelt haus als „a beacon for migrants“ – einen Leuchtturm für Migrant*innen.
Für die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) trifft diese Beschreibung einen wichtigen Teil dessen, wofür das Haus seit 30 Jahren steht: Begegnung, Beratung, Orientierung, gesellschaftliche Teilhabe und internationale Zusammenarbeit. Als Trägerin des einewelt hauses schafft die AGSA gemeinsam mit ihren mehr als 50 Mitgliedsorganisationen Räume für Engagement, Austausch und Unterstützung.
Besuch am Wahlabend
Am 6. September, dem Abend der Landtagswahl, waren die Journalistinnen Ashley Southall und Tatiana Firsova im einewelt haus zu Gast. Im Rahmen einer dort stattfindenden Wahlveranstaltung des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) sprachen sie mit Menschen mit Migrationsgeschichte und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen – darunter auch AGSA-Geschäftsführer Krzysztof Blau.
Der nun erschienene Artikel schildert Erfahrungen und Sorgen von Migrantinnen nach der Wahl und richtet den Blick auch auf die Arbeit und Zukunft des einewelt hauses. Die Reporterinnen führten nach eigenen Angaben Gespräche mit 16 Zugewanderten in Magdeburg, die unterschiedliche Aufenthalts- und Lebenssituationen mitbrachten.
Verunsicherung nach der Wahl
Krzysztof Blau beschreibt im Beitrag insbesondere die Unsicherheit bei Geflüchteten, deren Aufenthaltsstatus noch nicht abschließend geklärt ist:
“For refugees who have not secured their immigration status, the election results created ‘a panic situation,’ said Krzysztof Blau, who runs the One World House.”
Auch andere Gesprächspartner*innen berichten der New York Times von Sorgen um ihre Zukunft und von Erfahrungen mit Ablehnung und Diskriminierung. Die aktuelle Verunsicherung zeigt aus Sicht der AGSA, wie wichtig verlässliche Beratungs-, Begegnungs- und Unterstützungsstrukturen gerade jetzt sind.
Auch die Zukunft des einewelt hauses ist Thema
Der Artikel greift zugleich die Finanzierung des einewelt hauses auf. Blau erläutert gegenüber der New York Times, dass ein Wegfall der bisherigen Landesfinanzierung die Fortführung des Hauses gefährden und eine Schließung ab Januar 2027 zur Folge haben könnte. Die Zeitung verweist darauf, dass ein erheblicher Teil der Finanzierung der AGSA und des Hauses durch das Land Sachsen-Anhalt getragen wird.
Was dabei auf dem Spiel steht, ist mehr als ein Gebäude. Das einewelt haus ist seit drei Jahrzehnten eine gewachsene Infrastruktur für Vereine, Initiativen und engagierte Menschen. Hier finden Beratung und Bildungsarbeit statt, internationale Vereine organisieren sich, Veranstaltungen bringen Menschen zusammen und neue Kooperationen entstehen. Die AGSA beschreibt das Haus selbst als Ort des interkulturellen Begegnens, Arbeitens und Netzwerkens mit landesweiter und internationaler Ausstrahlung.
30 Jahre Begegnung und internationale Zusammenarbeit
Dass die New York Times die Situation des einewelt hauses aufgreift, macht seine Bedeutung inzwischen auch über Sachsen-Anhalt hinaus sichtbar.
Für die AGSA steht deshalb weiterhin die Frage im Mittelpunkt, wie diese über 30 Jahre gewachsene Struktur langfristig gesichert werden kann. Denn hinter dem einewelt haus stehen Menschen, Vereine und Netzwerke, die den Ort täglich mit Leben füllen und hier Unterstützung, Orientierung und Möglichkeiten zum Mitgestalten finden.
Ein „beacon for migrants“, wie die New York Times das einewelt haus beschreibt, steht dabei auch für etwas Grundsätzlicheres: für die Bedeutung verlässlicher Orte, an denen Vielfalt, internationale Zusammenarbeit und gesellschaftliche Teilhabe praktisch gelebt werden.
Wir danken Ashley Southall und Tatiana Firsova für ihren Besuch in Magdeburg, die Gespräche vor Ort und die internationale Aufmerksamkeit für die Menschen und Strukturen im einewelt haus.
Zum Artikel:
Far-Right Surge in German State Leaves Migrants There in Fear
Ashley Southall und Tatiana Firsova, The New York Times, 16. September 2026. Artikel in der New York Times lesen
https://www.nytimes.com/2026/09/16/world/europe/migrants-germany-far-right-afd.html