50 Jahre Radom ’76 – Erinnerung verbindet, Zukunft gestalten
50 Jahre Radom ’76 – Erinnerung verbindet, Zukunft gestalten
Im Rahmen unserer Mitwirkung in der Arbeitsgruppe Städtepartnerschaften der Landeshauptstadt Magdeburg nahmen wir auf Einladung des Stadtpräsidenten der polnischen Partnerstadt Radom an den offiziellen Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Arbeiterproteste von 1976 teil.
Die Ereignisse des Juni 1976 in Radom gelten als ein bedeutender Meilenstein der polnischen Demokratiebewegung. Sie schufen die Grundlage für die Entwicklung einer organisierten Opposition, aus der 1980 die unabhängige Gewerkschaft Solidarność hervorging und die schließlich den Weg zur demokratischen Transformation Polens ebnete.
Gemeinsam mit Delegationen aus den Radomer Partnerstädten in Norwegen, Zypern und der Ukraine nahmen wir während unseres Aufenthalts an den offiziellen Gedenkfeierlichkeiten sowie an der Kranzniederlegung zu Ehren der Opfer und Teilnehmer der Arbeiterproteste von 1976 teil. Wir gedachten der mutigen Menschen, deren Proteste den Weg für die demokratische Opposition in Polen und später für die Gewerkschaft Solidarność ebneten.
Neben den Gedenkveranstaltungen standen zahlreiche Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Radom, zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie weiteren Partnern im Mittelpunkt. Dabei ging es um die weitere Vertiefung der Städtepartnerschaft zwischen Magdeburg und Radom sowie um die Vorbereitung gemeinsamer Projekte in den Bereichen Jugend, Kultur, Erinnerungskultur und Zivilgesellschaft.
Zu den nächsten gemeinsamen Aktivitäten zählen die Vorbereitung einer gemeinsamen Ausstellung unter dem Titel „Radom ’76 – 50 Jahre Arbeiterproteste“, die an die historischen Ereignisse und ihre Bedeutung für die Entstehung der demokratischen Opposition in Polen erinnert sowie ein Konzert der Radomer Philharmoniker in Magdeburg.
Die Städtepartnerschaft zwischen Magdeburg und Radom leistet damit auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung, zur europäischen Erinnerungskultur und zum Austausch zwischen den Menschen beider Städte. Städtepartnerschaften leben von Begegnungen, gemeinsamen Erinnerungen und dem Engagement für ein demokratisches und friedliches Europa.