Abschlussbericht „Vom Transit- zum Bleibeland“: Zuwanderung ist eine Chance für Sachsen-Anhalt

Abschlussbericht „Vom Transit- zum Bleibeland“: Zuwanderung ist eine Chance für Sachsen-Anhalt

Der kürzlich im Kabinett vorgestellte Abschlussbericht „Sachsen-Anhalt: Vom Transit- zum Bleibeland“ zur Entwicklung der Zuwanderungs- und Integrationsprozesse in den Jahren 2023 bis 2025 macht deutlich, dass Sachsen-Anhalt bei Integration und Teilhabe wichtige Fortschritte erzielt hat. Zugleich zeigt er, dass weiterhin erhebliche Anstrengungen nötig sind, um Menschen mit Migrationsgeschichte langfristig an das Land zu binden und gesellschaftliche Teilhabe für alle zu stärken.

Aus Sicht der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) bestätigt der Bericht zentrale Erfahrungen aus der täglichen Praxis: Zuwanderung ist für Sachsen-Anhalt nicht nur eine demografische und wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern auch eine gesellschaftliche Chance. Menschen mit Migrationsgeschichte tragen in vielen Bereichen bereits heute wesentlich zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes, zur Fachkräftesicherung und zu einem vielfältigen gesellschaftlichen Leben bei.

Der Bericht zeigt, dass Menschen mit Migrationsgeschichte im Durchschnitt deutlich jünger sind als die Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte. Damit kommt ihnen eine wichtige Rolle für die demografische Entwicklung des Landes zu. Auch auf dem Arbeitsmarkt wird ihre Bedeutung immer sichtbarer: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten ausländischen Arbeitskräfte ist gestiegen, ebenso der Anteil ausländischer Auszubildender. Das verweist auf ein großes Potenzial, das Sachsen-Anhalt dringend braucht und stärker fördern muss.

Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass Integration nicht allein über Beschäftigung gelingt. Entscheidend sind auch gesellschaftliches Klima, Willkommenskultur, Teilhabechancen und der Schutz vor Diskriminierung. Zwar bewerten Menschen mit Migrationsgeschichte das Integrationsklima in Sachsen-Anhalt zunehmend positiver, zugleich sinkt jedoch in Teilen der Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte die Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt. Auch Erfahrungen mit Rassismus, Benachteiligung und fehlender Anerkennung tragen dazu bei, dass Zugewanderte über einen Wegzug aus Sachsen-Anhalt nachdenken.

Für die AGSA unterstreichen diese Ergebnisse, wie wichtig Orte der Begegnung, des Austauschs und der praktischen Unterstützung sind. Seit vielen Jahren arbeitet die AGSA gemeinsam mit ihren Mitgliedsorganisationen, Projekten und Partner*innen daran, Teilhabe zu stärken, Dialog zu fördern und Menschen mit internationaler Geschichte beim Ankommen und Bleiben in Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Ob in der Integrationsarbeit, in Bildungs- und Qualifizierungsangeboten, in der Begleitung von Freiwilligen, in der interkulturellen Öffnung oder im Austausch zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik – die AGSA erlebt tagtäglich, dass Integration dort gelingt, wo Menschen sich begegnen, ernst genommen werden und echte Perspektiven erhalten.

Der Bericht macht zugleich deutlich, dass Sachsen-Anhalt das Potenzial hat, sich weiter zu einem echten Bleibeland zu entwickeln. Dafür braucht es jedoch nicht nur wirtschaftliche Chancen, sondern auch eine offene Gesellschaft, verlässliche Unterstützungsstrukturen und ein gesellschaftliches Klima, das Vielfalt als Stärke begreift.

Für die AGSA ist deshalb klar: Zuwanderung und Integration müssen weiterhin als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Sachsen-Anhalt braucht eine Willkommenskultur, die nicht nur vom Ankommen spricht, sondern Bleiben ermöglicht – durch Teilhabe, Respekt, Begegnung und faire Chancen für alle.

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