AGSA beim Landestag der Courage-Schulen 2026

Demokratie, Vielfalt und Gleichwertigkeit brauchen Menschen, die für sie eintreten. Unter diesem Leitgedanken kamen am 16. September 2026 rund 800 junge Menschen zum Landestag des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auf dem Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal zusammen. Auch die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) war mit einem eigenen Stand vertreten.

Der diesjährige Landestag stand unter dem Motto „Wir sind nicht neutral“. Gemeint ist damit die bewusste Haltung für die Würde jedes Menschen und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Landeskoordination beschreibt den Anspruch so: Wer sich für Demokratie, Vielfalt und Gleichwertigkeit einsetzt, bezieht Stellung.

Lernen, diskutieren und Demokratie gestalten

Nach der gemeinsamen Open-Air-Eröffnung ging es für die Schüler*innen in ein umfangreiches Programm. In 28 Workshops beschäftigten sie sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen und Möglichkeiten demokratischer Mitgestaltung. Auch Themen wie Rassismus, Desinformation und rechte Codes spielten eine Rolle. Parallel erhielten Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte Impulse für ihre schulische Praxis und Raum für Austausch und Vernetzung.

Organisiert wurde der Landestag von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und zahlreichen beteiligten Organisationen aus Sachsen-Anhalt.

Für die AGSA war die Beteiligung eine gute Gelegenheit, mit jungen Menschen, Pädagog*innen und Netzwerkpartner*innen in Kontakt zu kommen und unsere Arbeit für Weltoffenheit, gesellschaftliche Teilhabe, Antidiskriminierung und ein vielfältiges Sachsen-Anhalt sichtbar zu machen.

Schule als Ort gelebter Demokratie

Die Themen des Landestages berühren zentrale Arbeitsfelder der AGSA. Als Dachverband internationaler, migrantischer und zivilgesellschaftlicher Organisationen erleben wir täglich, wie wichtig Räume sind, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, Vorurteile hinterfragt und Möglichkeiten der Beteiligung geschaffen werden.

Gerade Schulen spielen dabei eine besondere Rolle. Sie sind nicht nur Orte der Wissensvermittlung, sondern auch Orte des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Hier begegnen sich unterschiedliche Biografien, Erfahrungen, Sprachen und Lebensrealitäten – und hier kann früh gelernt werden, Konflikte demokratisch auszutragen, Diskriminierung nicht unwidersprochen zu lassen und Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Dass diese Arbeit dauerhaft angelegt ist, gehört zum Grundgedanken von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Der Titel ist kein Zertifikat dafür, dass es an einer Schule keinen Rassismus oder keine Diskriminierung gibt. Die beteiligten Schulen verpflichten sich vielmehr dazu, aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen und sich kontinuierlich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Inzwischen gehören rund 190 Schulen in Sachsen-Anhalt zum Netzwerk.

Gemeinsam Haltung zeigen

Der Landestag hat gezeigt, wie groß das Interesse junger Menschen daran ist, gesellschaftliche Fragen nicht nur zu diskutieren, sondern selbst Verantwortung zu übernehmen. Für die AGSA ist diese Beteiligung ein wichtiger Bestandteil einer lebendigen demokratischen Gesellschaft.

„Wir sind nicht neutral“ bedeutet dabei nicht, dass alle dieselbe Meinung haben müssen. Es bedeutet, dass Menschenwürde, Gleichberechtigung und der Schutz vor Diskriminierung die Grundlage des gemeinsamen Austauschs bilden.

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, der Hochschule Magdeburg-Stendal und allen beteiligten Organisationen für den Landestag – und vor allem den vielen Schüler*innen, die mit ihren Fragen, Ideen und ihrem Engagement gezeigt haben, wie lebendig demokratische Beteiligung sein kann.

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