Fachforum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch 2026: Impulse für die Praxis

Fachforum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch 2026: Impulse für die Praxis

Am 15. und 16. April 2026 wurde Leipzig zum Zentrum für den fachlichen Austausch über die Zukunft der deutsch-israelischen Begegnungsarbeit. Für die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) war die Teilnahme essenziell: Als Dachverband vieler international ausgerichteter Mitgliedsorganisationen und langjähriger Akteur der internationalen Jugendarbeit nutzen wir solche Plattformen, um unsere Netzwerke zu stärken und pädagogische Konzepte an aktuelle gesellschaftliche Dynamiken anzupassen.

Jugendbegegnung im Wandel

Seit dem 7. Oktober 2023 steht der Austausch vor neuen Herausforderungen. Polarisierte Debatten und ein Anstieg antisemitischer Vorfälle prägen die Realität. Das Fachforum machte jedoch deutlich: Der Wunsch nach Begegnung ist ungebrochen. Der Fokus verschiebt sich dabei weg von abstrakten Diskursen hin zu den geteilten Lebensrealitäten der Jugendlichen.

Best Practice: Konkrete Methoden für die Bildungsarbeit

Im Mittelpunkt des Fachforums standen innovative Ansätze, die den Dialog auch in spannungsgeladenen Zeiten ermöglichen:

„Forgive me for asking“: Ein anonymes Fragen-Format, das Hemmschwellen abbaut. In Tandems werden persönliche und „unbequeme“ Fragen ehrlich reflektiert, was Vertrauen schafft.

Der „Konflikt-Stuhl“: Eine Methode zur räumlichen Positionierung. Teilnehmende machen ihre Haltung zu komplexen Themen physisch sichtbar, was als Basis für einen moderierten Reflexionsprozess dient.

Multimediale Impulse: Der Einsatz von Video-Statements junger Stimmen und Bildimpulsen hilft, abstrakte politische Themen auf die individuelle Ebene herunterzubrechen.

Offenes Beobachten: Bei sensiblen Themen wie Israelkritik und Antisemitismus hat sich bewährt, Gespräche zunächst beobachtend zu öffnen, statt sofort Positionierungen einzufordern. Dies fördert die notwendige Differenzierung.

Die Rolle der AGSA: Internationale Beziehungen gestalten

Für die AGSA ist der deutsch-israelische Austausch mehr als ein Projekt – er ist Kernbestandteil unserer internationalen Ausrichtung. Wir verstehen Jugendbegegnungen als Werkzeug zur Demokratieförderung sowie Vorurteilsprävention.

Vernetzung: Das Forum bot wertvolle Synergien mit dem ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch. Materialien, Methoden und Unterstützungsangebote bieten über das Forum hinaus wichtige Anknüpfungspunkte und konkreten Support für die Praxis. In diesem Kontext plant die AGSA gemeinsam mit ConAct einen deutsch-israelischen Jugendaustausch und baut die Zusammenarbeit weiter aus.

Perspektivwechsel: Durch den Fokus auf vielfältige Öffentlichkeitsarbeit nehmen wir Impulse mit, um junge Menschen in Sachsen-Anhalt noch gezielter und niedrigschwelliger für den Austausch zu begeistern.

Fazit
Der Jugendaustausch bleibt ein dynamisches und zukunftsorientiertes Feld. Trotz veränderter Rahmenbedingungen zeigt die kreative Energie in Leipzig: Es bedarf guter zeitgemäßer Methoden und einer starken Vernetzung, um den Dialog lebendig und belastbar zu gestalten.

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