Volksstimme berichtet: AGSA zieht Bilanz 2025 – Begegnung bleibt Auftrag
Die Volksstimme hat im Rahmen ihrer Reihe „Das bringt das neue Jahr“ mit unserem Geschäftsführer Krzysztof Blau gesprochen. Im Mittelpunkt steht ein bewegtes Jahr 2025 – geprägt von Verunsicherung nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt, aber ebenso von Solidarität und Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft.
Gerade im einewelt haus sei diese Solidarität spürbar gewesen, so der Geschäftsführer gegenüber der Volksstimme. Das Haus habe sich erneut als geschützter Raum für Dialog, Austausch und Begegnung bewährt – offen für Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Begegnung auf Augenhöhe bleibe der Kern der Arbeit der AGSA.
Auch international setzte die AGSA 2025 wichtige Impulse: Delegationen aus Radom und Le Havre waren zu Gast, ebenso eine Ausstellung aus der ukrainischen Partnerstadt Saporischschja. Mit dem Welcome Camp von Rotary International, Gesprächen mit dem American Council on Germany und über 50 Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Wochen zeigte das einewelt haus seine Rolle als internationaler Treffpunkt in Magdeburg.
Für ihr 30-jähriges Engagement wurde die AGSA 2025 zudem mit dem „Saphir der Wirtschaft“ der IHK Magdeburg ausgezeichnet. 2026 steht ein weiteres Jubiläum an: 30 Jahre einewelt haus.
Die Botschaft bleibt klar: Eine offene und vielfältige Stadt braucht gerade in Zeiten von Verunsicherung Begegnung und Dialog. Orte wie das einewelt haus sind dafür unverzichtbar.
Der vollständige Text von Martin Rieß im Rahmen der Volksstimme-Reihe „Das bringt das neue Jahr“:
30 Jahre Begegnung und Vielfalt
Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt im Einewelthaus blickt auf ein bewegtes Jahr zurück und auf die Herausforderungen für die Zukunft. In diesem Jahr steht das Jubiläum an.
Altstadt. Die Volksstimme fragt seit Jahresbeginn bei Institutionen und Einrichtungen in Magdeburg nach: Was ist die Bilanz – und wie geht es weiter? Heute: Krzysztof Blau, Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Agsa).
Das Jahr 2025 hat tiefe Spuren in der Stadt hinterlassen. Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt sei ein Riss in der Stadtgesellschaft spürbar geworden, sagt Krzysztof Blau. „Ängste nahmen zu, ebenso Anfeindungen gegenüber zugewanderten Magdeburgerinnen und Magdeburgern.“ Das Sicherheitsgefühl, die Unbeschwertheit seien plötzlich verschwunden – nicht nur für Menschen mit Migrationsgeschichte, sondern für viele in der Stadt.
Gleichzeitig habe es eine andere, ebenso prägende Erfahrung gegeben: Wärme, Mitgefühl und Zusammenhalt. „Genau das macht Magdeburg aus“, sagt Blau. Besonders im Einewelthaus habe er diese Solidarität als heilsam und kraftspendend erlebt. „Hier kommen Menschen zusammen, die einander zuhören und sich auf Augenhöhe begegnen wollen.“ Für den Geschäftsführer ist klar: Menschlichkeit sei stärker als Angst – und trage die Stadt in die Zukunft.
Austausch als tägliche Arbeit
Trotz der Spannungen habe das Jahr gezeigt, dass Magdeburg widerstandsfähig ist. „Vernunft, Menschlichkeit und Solidarität haben vielerorts überwogen“, so Blau. Diese Erfahrung präge die tägliche Arbeit der Agsa, in deren Mittelpunkt Begegnung und Miteinander stehen.
Auch 2025 war das Einewelthaus ein internationaler Treffpunkt. Zahlreiche Delegationen aus dem In- und Ausland besuchten Magdeburg im Rahmen von Studienreisen, Städtepartnerschaften oder Jugendaustauschprojekten. Für die Agsa sei dabei nicht nur das Zeigen der eigenen Arbeit wichtig, sondern auch der Blick über den Tellerrand. „Aus erster Hand Eindrücke aus anderen Ländern zu erhalten, ist für die Entwicklung internationaler Beziehungen unverzichtbar“, sagt Blau. Besonders in Erinnerung geblieben sind dem Geschäftsführer mehrere Begegnungen: der Austausch mit Delegationen aus Radom in Polen und Le Havre in Frankreich im Rahmen städtepartnerschaftlicher Kooperationen ebenso wie die Ausstellung „Märchenhafte Reisen durch Europa“ aus Saporischschja in der Ukraine, die in Kriegszeiten eine Botschaft von Frieden und Hoffnung vermittelte.
Große Resonanz
Hinzu kamen Gespräche mit dem American Council on Germany zur Frage „Was macht eine gute Gesellschaft aus?“ sowie das Welcome Camp von Rotary International. Bereits zum dritten Mal bot die Agsa dabei über 40 Jugendlichen aus rund 20 Ländern Raum für globale Vielfalt, Freundschaften und kulturellen Austausch. Ein Höhepunkt des Jahres waren erneut die Interkulturellen Wochen in Magdeburg. Gemeinsam mit zahlreichen Akteuren wurden mehr als 50 Veranstaltungen umgesetzt.
Die große Resonanz habe deutlich gemacht: „Begegnung wirkt“, sagt Blau. Das Interesse am interkulturellen Austausch sei ungebrochen, viele Menschen beteiligten sich aktiv an der Gestaltung einer offenen und vielfältigen Stadtgesellschaft.
Ehrung für Engagement
2025 war für die AGSA zugleich ein Jahr der Anerkennung. Für 30 Jahre Engagement wurde die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt von der IHK Magdeburg mit der internationalen Auszeichnung „Saphir der Wirtschaft“ geehrt.
„Wir verstehen diese Auszeichnung als Bestätigung unserer landesweiten Arbeit – und als Ermutigung, diesen Weg konsequent weiterzugehen“, sagt Blau.
2026 richtet sich der Blick der Agsa auf ein besonderes Jubiläum: Das Einewelthaus Magdeburg wird 30 Jahre alt. Dieses Jubiläum soll genutzt werden, um drei Jahrzehnte interkultureller Arbeit sichtbar zu machen, Danke zu sagen und gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen, Partnern und der Stadtgesellschaft nach vorn zu schauen. Auftakt war der Neujahrsempfang der Agsa im Januar mit vielen interessierten Besuchern.
Die Herausforderungen bleiben groß, sagt Krzysztof Blau. Doch eine offene und vielfältige Stadt sei kein Risiko, sondern eine Stärke – auch für die Zukunft Magdeburgs. „Gerade in Zeiten von Verunsicherung braucht es Orte der Begegnung und des Dialogs“, so der Geschäftsführer. Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt wolle auch künftig dazu beitragen, dass diese Räume erhalten und gestärkt werden.