15 Sprachen, viele Perspektiven: Wie Mehrsprachigkeit im einewelt haus verbindet

15 Sprachen, viele Perspektiven: Wie Mehrsprachigkeit im einewelt haus verbindet

Was passiert, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Sprachbiografien zusammenkommen – und plötzlich ganz ohne Worte kommunizieren sollen? Genau das konnten internationale Freiwillige am 8. September im einewelt haus Magdeburg erleben.

Anlässlich des Internationalen Tages der Alphabetisierung gestalteten internationale Bundesfreiwillige der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) und der Freiwilligen-Agentur Halle gemeinsam mit der AGSA-Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) einen interaktiven Workshop rund um Mehrsprachigkeit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

Wenn 15 Sprachen in einem Raum zusammenkommen

Schon beim Blick auf die Sprachbiografien der Teilnehmenden wurde deutlich, wie international die Gruppe ist: Rund 15 verschiedene Sprachen waren vertreten.
Welche Sprache habe ich zuerst gelernt? Welche nutze ich heute? Welche möchte ich noch lernen? Die Antworten zeigten nicht nur sprachliche Vielfalt, sondern auch ganz unterschiedliche Lebenswege und Erfahrungen.

Besonders anschaulich wurde das Thema bei einer Übung ganz ohne gesprochene Sprache. Nur mit Gestik und Mimik sollten sich die Teilnehmenden verständigen. Was zunächst für viele Lacher sorgte, machte zugleich erfahrbar, wie schwierig Alltagssituationen werden können, wenn eine gemeinsame Sprache fehlt.

Sprache entscheidet über Teilhabe

Lesen und Schreiben bedeuten weit mehr, als Buchstaben zu kennen. Sie entscheiden mit darüber, ob Menschen einen Behördenbrief verstehen, ein Formular ausfüllen, Informationen beim Arzt einordnen oder ihre Rechte wahrnehmen können.

Deshalb ging es im Workshop auch um größere Fragen: Haben alle Menschen die gleichen Chancen auf Bildung? Wird Mehrsprachigkeit ausreichend wertgeschätzt? Kann Sprache ausgrenzen? Und wie beeinflusst ein Akzent, wie Menschen wahrgenommen werden?

Die unterschiedlichen Positionen machten deutlich, wie eng Sprache, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbunden sind.
Für die WSD-Fachstelle der AGSA ist genau diese Verbindung zentral. Globale Ungleichheiten werden auch beim Zugang zu Bildung sichtbar. Das Thema knüpft deshalb unmittelbar an das Nachhaltigkeitsziel SDG 4 „Hochwertige Bildung“ der Vereinten Nationen an: inklusive, gerechte und hochwertige Bildung für alle Menschen.

Mehrsprachigkeit als Ressource

Beim abschließenden Sprachencafé wurde es noch einmal ganz praktisch. Die Teilnehmenden brachten Sprichwörter und Redewendungen aus ihren Sprachen mit, übersetzten sie und suchten nach vergleichbaren deutschen Ausdrücken.

Dabei zeigte sich: Sprachen unterscheiden sich – viele Erfahrungen, Vorstellungen und Lebensweisheiten verbinden Menschen jedoch über Ländergrenzen hinweg.
Genau darin liegt für die AGSA eine Stärke von Mehrsprachigkeit. Menschen bringen nicht nur unterschiedliche Sprachen mit, sondern auch Wissen, Erfahrungen und Perspektiven. Diese Vielfalt sichtbar zu machen und Räume für gegenseitiges Lernen zu schaffen, gehört zum Selbstverständnis des einewelt haus Magdeburg.

Freiwilligendienst als Raum zum Lernen und Mitgestalten

Der internationale Bundesfreiwilligendienst bei der AGSA verbindet gesellschaftliches Engagement mit persönlicher Weiterentwicklung. Freiwillige können ihre Deutschkenntnisse vertiefen, neue Kontakte knüpfen, praktische Erfahrungen sammeln und sich im Rahmen eines begleitenden Bildungsprogramms weiterentwickeln.
Im einewelt haus können jährlich bis zu 20 internationale Freiwillige unter anderem die Geschäftsstelle und Mitgliedsorganisationen der AGSA unterstützen. Gleichzeitig bringen sie ihre eigenen Erfahrungen, Sprachen und Perspektiven in das Haus ein.

So wird aus einem Freiwilligendienst mehr als eine Tätigkeit: Er wird zu einem Ort des Lernens, der Begegnung und der aktiven Teilhabe.

Interesse bekommen?

Wer mehr über die Arbeit der Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“, internationale Freiwilligendienste bei der AGSA oder Möglichkeiten zum Mitmachen erfahren möchte, findet weitere Informationen auf unserer Webseite:

Mehr zur WSD-Fachstelle: https://www.agsa.de/fachstelle-weltoffen-solidarisch-dialogisch.html
Mehr zu internationalen Freiwilligendiensten: https://www.agsa.de/bundesfreiwilligendienst-im-einewelt-haus.html

Hintergrund und Förderung

Der Workshop entstand im Rahmen der Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) der AGSA und des Projekts „Freiwilligendienste – Integriert in Sachsen-Anhalt“.
Die WSD-Fachstelle verbindet globale Themen mit lokaler Bildungs-, Begegnungs- und Netzwerkarbeit und setzt sich für eine weltoffene, solidarische und nachhaltige Gesellschaft ein.

Die Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

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