Generationensalat?! – Wie aus Stereotypen echte Zusammenarbeit wird
Generationensalat?! – Wie aus Stereotypen echte Zusammenarbeit wird
„Die Jungen wollen nicht mehr arbeiten.“ „Die Älteren verstehen die digitale Welt nicht.“ Solche Klischees blockieren den Blick auf das enorme Potenzial generationenübergreifender Teams – ein Luxus, den sich Unternehmen angesichts von Demografiewandel und akutem Fachkräftemangel nicht mehr leisten können. Genau hier setzte der Workshop „Generationensalat?! – Intergenerationale Zusammenarbeit mit Alpha, Y, Z und Co.“ an, den das IQ Teilprojekt der AGSA e.V. am 20.08.2026 im Rahmen der Reihe „Unternehmens-IQ“ bei der IHK Magdeburg anbot. In einer älter und divereser werdenden Arbeitswelt ist der wertschätzende Austausch zwischen den Generationen kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Betriebskultur und die Sicherung von Arbeitskräften.
Der Workshop richtete sich bewusst an alle Beschäftigten – denn in einer vielfältigen Belegschaft bringt jede Altersgruppe wertvolle Ressourcen ein. Im Zentrum stand die Frage, wie ein produktives, diskriminierungsfreies Miteinander über Generationengrenzen hinweg gelingt, um Wissen im Unternehmen zu halten. Ein entscheidender Hebel dabei: die saubere Unterscheidung zwischen Betriebszugehörigkeit und biologischem Alter. Wer diesen Unterschied versteht, kann Erwartungen richtig managen, Erfahrungswissen gezielt transferieren und Rollen in Teams so besetzen, dass Vielfalt zur echten Stärke wird.
Stimmen aus der Praxis
Wie kommt das Thema bei den Unternehmen an, die täglich mit Generationenfragen zu tun haben? Das IQ Teilprojekt der AGSA hat dazu kurz nach dem Workshop mit einer Teilnehmerin gesprochen: Deborah Voigt, Personalreferentin bei der Humanas Pflege GmbH & Co. KG.
Was hat Sie am Thema Generationen und der Teilnahme an dem Workshop interessiert?
„Das Thema Generationen spielt eine wichtige Rolle in unserem Unternehmen. Wir haben pro Jahr ca. 30 Azubis und es gibt über die ‚junge Generation‘ stereotype Vorurteile, die immer wieder reproduziert werden.“
Was war Ihnen wichtig, was Sie aus dem Workshop mitnehmen wollten?
„Ich wollte Argumente gegen stereotype Aussagen über Generationen zur Hand haben. Statt über Generationen zu reden und Stereotype zu wiederholen, ist es wichtiger und sinnvoller, sich zu überlegen: Wo stehe ich in meiner Lebensphase? So an Altersunterschiede ranzugehen, betont mehr die Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten, weil jede Person mal in einer Lebensphase war oder vielleicht noch kommt.“
Was nehmen Sie konkret aus dem Workshop für Ihr Unternehmen mit?
„Das Thema ‚Generationen und stereotype Bilder‘ ist auf jeden Fall wichtig für unsere Humanas Akademie und unsere Pflegedienstleitungen. Spannend war auch, dass wir schon vieles machen, was im Workshop als Maßnahmen vorgeschlagen wurde – zum Beispiel unser Projekt „Azubis leiten einen Wohnpark". Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, dass solche Workshops angeboten werden, damit Veränderungen angestoßen werden und Stereotype über Generationen die Zusammenarbeit nicht beeinträchtigen.“
Fazit
Der „Generationensalat“ lässt sich nicht auflösen – und das ist gut so. In Zeiten des Fachkräftemangels liegt die Lösung nicht in der Anpassung aller an einen Standard, sondern im intelligenten Zusammenspiel verschiedener Lebensphasen, Kompetenzen und kultureller Hintergründe. Der Workshop hat deutlich gemacht: Unternehmen, die Vorurteile abbauen und Brücken zwischen den Altersgruppen bauen, verwandeln Vielfalt in Innovationskraft. Wer genauer hinschaut, findet die Gemeinsamkeiten, die Teams stabilisieren und zukunftsfähig machen.
Hintergrund und Förderung
Das AGSA-Teilprojekt im IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt unterstützt seit Januar 2026 Unternehmen, Berufsschulen und öffentliche Einrichtungen in Magdeburg, Stendal, der Altmark, der Börde und im Jerichower Land dabei, Vielfalt aktiv zu gestalten und interkulturell offene Arbeits- und Lernstrukturen weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Unternehmen und Einrichtungen praxisnah dabei zu begleiten, faire Teilhabe zu ermöglichen, Diskriminierung entgegenzuwirken und die Zusammenarbeit in vielfältigen Teams zu stärken.
Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. ist ein Dachverband von derzeit 54 Organisationen, die sich für ein demokratisches Miteinander sowie gleichberechtigte soziale Teilhabe unabhängig von Herkunft, Religion, Sprache u.a. Merkmalen einsetzen. Sie ist Trägerin des einewelt haus Magdeburg und begleitet Prozesse interkultureller Öffnung in Verwaltung, Bildung, Zivilgesellschaft und Unternehmen.
Das Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Bundesagentur für Arbeit.
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