Jüdisches Halberstadt – Geschichte und Gegenwart entdecken

Jüdisches Halberstadt – Geschichte und Gegenwart entdecken

Im Rahmen des Projekts „Freiwilligendienste – Integriert in Sachsen-Anhalt“ besuchten internationale Bundesfreiwillige der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) und der Freiwilligenagentur Halle das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt. Die Exkursion bot ihnen die Möglichkeit, die jüdische Geschichte der Stadt kennenzulernen, historische Orte zu erkunden und sich mit der Bedeutung von Erinnerung und gesellschaftlichem Zusammenleben auseinanderzusetzen.

Zu Beginn ging es in das Klaus-Gebäude, das historische Lehrhaus der jüdischen Gemeinde. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Grundlagen des Judentums, religiöse Traditionen und die Rolle Halberstadts als bedeutendes Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. Anschließend führte der Weg zum DenkOrt, an dem sich einst die Barocksynagoge befand, sowie zum historischen Mikwenhaus, das einen Einblick in die religiöse Praxis und den Alltag der jüdischen Gemeinde vermittelt.

Ein weiterer Teil der Exkursion war ein geführter Rundgang durch das ehemalige jüdische Viertel. Die Route führte von der Klaussynagoge über die Peterstreppe zum ältesten jüdischen Friedhof der Stadt und weiter zur ehemaligen jüdischen Schule Hascharat Zwi. Am Domplatz endete der Rundgang bei den „Steinen der Erinnerung“, die an die deportierten jüdischen Bürger*innen Halberstadts erinnern.

Die verschiedenen Stationen machten Geschichte vor Ort sichtbar und boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Gespräche und persönliche Reflexion. Die Freiwilligen konnten eigene Fragen und Perspektiven einbringen und gemeinsam darüber sprechen, welche Bedeutung die Geschichte für die heutige Stadtgesellschaft hat.

Die Exkursion vermittelte historisches Wissen und schuf zugleich Raum für Austausch und interkulturelles Lernen. Sie sensibilisierte für die Bedeutung von Erinnerungskultur, Vielfalt und gesellschaftlicher Verantwortung.

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