Mehr Bäume für Magdeburg: Stadtgrün, Klimaanpassung und Beteiligung zusammendenken

Mehr Bäume für Magdeburg: Stadtgrün, Klimaanpassung und Beteiligung zusammendenken

Wie kann Magdeburg angesichts zunehmender Hitze, Trockenheit und Starkregen lebenswerter und klimaresilienter werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich am 28. September 2026 die Auftaktveranstaltung „Mehr Bäume für Magdeburg“ – eine Initiative unserer Mitgliedsorganisation Otto pflanzt! e. V., die von der Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) unterstützt wurde.

Im Mittelpunkt stand die Rolle von Stadtgrün für eine nachhaltige und sozial gerechte Stadtentwicklung – und die Frage, wie zivilgesellschaftliches Engagement konkrete Veränderungen anstoßen kann.

Stadtbäume als Teil der Klimaanpassung

Einen fachlichen Impuls gab Lydia Vogt vom BaumEntscheid Berlin. Sie zeigte auf, welche Folgen die Klimakrise bereits heute für Städte hat. Hitzewellen, längere Trockenperioden und Starkregen belasten Menschen, Infrastruktur und natürliche Lebensräume zunehmend.

Stadtbäume können dabei einen wichtigen Beitrag leisten: Sie spenden Schatten, kühlen den öffentlichen Raum, verbessern die Luftqualität und schaffen Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Zugleich tragen sie dazu bei, Aufenthaltsqualität und Gesundheit in dicht bebauten Stadtteilen zu verbessern.

Damit wird deutlich: Stadtgrün ist nicht nur eine ökologische Frage. Es berührt auch Gesundheit, soziale Teilhabe und die Frage, wie gerecht öffentlicher Raum gestaltet wird.

Was Magdeburg von Berlin lernen kann

Am Beispiel des BaumEntscheids Berlin stellte Lydia Vogt vor, wie Bürger*innen durch Bündnisarbeit, öffentliche Kampagnen und den Dialog mit Politik und Verwaltung Veränderungen anstoßen können.

Die dort gesammelten Erfahrungen boten den Ausgangspunkt für die Frage, was davon auf Magdeburg übertragbar sein könnte.

In anschließenden Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden ganz konkret über einen möglichen BaumEntscheid für Magdeburg. Im Mittelpunkt standen unter anderem strategische Planung, die Gewinnung von Kooperationspartner*innen, Öffentlichkeitsarbeit, Koordination und Finanzierung.

Die Veranstaltung war damit nicht nur ein fachlicher Austausch, sondern zugleich ein erster Raum für Vernetzung und gemeinsame Ideenentwicklung. Für die AGSA zeigt sich darin auch die Stärke ihres Netzwerks: Mitgliedsorganisationen wie Otto pflanzt! e. V. bringen eigene Themen, Erfahrungen und Engagement ein und schaffen gemeinsam mit den Fachstellen neue Impulse für die Stadtgesellschaft.

Vom lokalen Baum zur globalen Verantwortung

Für die WSD-Fachstelle der AGSA liegt genau darin die besondere Bedeutung des Themas: Lokales Handeln und globale Herausforderungen gehören zusammen.

Die Folgen der Klimakrise sind weltweit spürbar, treffen Menschen jedoch sehr unterschiedlich. Besonders stark betroffen sind häufig diejenigen, die selbst vergleichsweise wenig zu den Ursachen beigetragen haben. Klimaanpassung, nachhaltige Stadtentwicklung und der Schutz natürlicher Lebensgrundlagen sind deshalb auch Fragen globaler Gerechtigkeit.
Mehr Stadtgrün in Magdeburg leistet zugleich einen Beitrag zu mehreren Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – insbesondere zu SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“, SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ und SDG 15 „Leben an Land“.

Die Auftaktveranstaltung hat gezeigt: Eine klimaresiliente Stadt entsteht nicht allein durch neue Bäume. Sie braucht Menschen, die sich einbringen, Wissen teilen, Bündnisse schmieden und gemeinsam Verantwortung für ihre Stadt übernehmen.

Hintergrund und Förderung

Die Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) bei der AGSA verbindet globale Themen mit lokaler Bildungs-, Begegnungs- und Netzwerkarbeit. Sie macht Zusammenhänge zwischen nachhaltiger Entwicklung, globaler Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Engagement vor Ort sichtbar und stärkt Menschen darin, selbst aktiv zu werden.

Die Fachstelle wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

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