„Ni una menos“: Femizide und Gewalt gegen Frauen als Globales Problem
„Ni una menos“: Femizide und Gewalt gegen Frauen als Globales Problem
Am 27. August 2026 lud die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) gemeinsam mit dem Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg und OVGUpride zur Veranstaltung „Ni una menos – Femizide und Gewalt gegen Frauen als globales Problem“ ins einewelt haus Magdeburg ein. Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen der AGSA-Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD).
Vom lokalen Anlass zur globalen Perspektive
Ausgangspunkt war ein Tötungsdelikt in Magdeburg im September 2025, bei dem eine Frau mutmaßlich von ihrem Ex-Partner getötet wurde. Die Veranstaltung nahm diesen lokalen Anlass auf und weitete den Blick auf geschlechtsspezifische Gewalt als globales und strukturelles Problem.
Für die AGSA verbindet das Thema Fragen von Menschenrechten, globaler Gerechtigkeit, Antidiskriminierung und gesellschaftlicher Teilhabe. Zugleich bestehen Bezüge zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, insbesondere zu SDG 5 „Geschlechtergleichstellung“, SDG 10 „Weniger Ungleichheiten“ und SDG 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“.
Prävention beginnt vor der Eskalation
Dr. Miriam Schroer-Hippel vom Deutschen Institut für Menschenrechte führte mit einem fachlichen Input in die menschenrechtliche Einordnung von Femiziden ein und nahm dabei unter anderem Bezug auf die Istanbul-Konvention. Deutlich wurde: Prävention muss lange vor der extremsten Form geschlechtsspezifischer Gewalt ansetzen – durch Bildung und Sensibilisierung, den Abbau von Geschlechterstereotypen sowie verlässliche Schutz- und Beratungsangebote.
Unterstützung zugänglich machen
In der anschließenden Gesprächsrunde diskutierten Dr. Miriam Schroer-Hippel, Heike Ponitka, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg, Yvonne Joachim von AWO – VERA und Olesya Becker vom FrauenPower – Ukrainischen Frauenintegrationsverein in Sachsen-Anhalt e. V., einer Mitgliedsorganisation der AGSA.
Im Mittelpunkt standen bestehende Hilfsangebote und die Frage, wie Betroffene besser erreicht werden können. Gerade migrantische und geflüchtete Frauen können zusätzlich mit sprachlichen, sozialen oder rechtlichen Hürden konfrontiert sein. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Beratungsangebote, verlässliche Ansprechpersonen und eine gute Vernetzung zwischen Beratungsstellen, migrantischen Selbstorganisationen, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
Vernetzung als gemeinsame Aufgabe
Auch die Besucher*innen brachten sich mit Fragen zu Prävention, Gewaltschutz und gesellschaftlicher Verantwortung ein. Für die AGSA zeigte die Veranstaltung erneut, wie wichtig Räume sind, in denen Fachwissen, unterschiedliche Erfahrungen und zivilgesellschaftliche Perspektiven zusammenkommen.
Die zentrale Botschaft des Nachmittags: Gewaltschutz ist eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe – lokal wie global.
Hintergrund und Förderung
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) bei der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. statt. Die Fachstelle verbindet globale Themen mit lokaler Bildungs-, Begegnungs- und Netzwerkarbeit und setzt sich für eine weltoffene, solidarische und nachhaltige Gesellschaft ein.
Die Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
Die Veranstaltung „Ni una menos – Femizide und Gewalt gegen Frauen als globales Problem“ wurde zusätzlich durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) gefördert.