Seminar „Mein Lebensweg“: Reflexion, Austausch und neue Perspektiven im Bundesfreiwilligendienst
Seminar „Mein Lebensweg“: Reflexion, Austausch und neue Perspektiven im Bundesfreiwilligendienst
Wo stehe ich gerade? Welche Erfahrungen haben mich geprägt? Und was möchte ich aus meinem Bundesfreiwilligendienst für meinen weiteren Weg mitnehmen?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich am 29. Oktober 2026 internationale Bundesfreiwillige der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) und der Freiwilligenagentur Halle beim Seminar „Mein Lebensweg“. Begleitet wurde der Seminartag gemeinsam mit der Servicestelle „Freiwilligendienste – Integriert in Sachsen-Anhalt“.
Das Format richtete sich sowohl an Freiwillige, die erst vor Kurzem ihren Bundesfreiwilligendienst begonnen haben, als auch an Teilnehmende, deren BFD sich bereits dem Ende nähert. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven machten den gemeinsamen Austausch besonders spannend.
Den eigenen Weg sichtbar machen
Im Mittelpunkt des Tages stand die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensweg: Welche Erfahrungen bringe ich mit? Was habe ich bereits gelernt? Welche Stärken helfen mir im Alltag und im Bundesfreiwilligendienst? Und welche Wünsche und Ziele habe ich für die Zukunft?
Mit kreativen und reflexiven Methoden näherten sich die Teilnehmenden diesen Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Sie gestalteten persönliche „Bilder der Zukunft“, beschäftigten sich mit eigenen Stärken und Herausforderungen und setzten sich in Pantomime-Übungen spielerisch mit unterschiedlichen Lebenssituationen und Rollen auseinander.
Besonders anschaulich wurde die Reflexion mit der Methode „Was trage ich in meinem Rucksack?“. Der symbolische Rucksack stand für all das, was Menschen auf ihrem bisherigen Lebensweg mitbringen: Familie, Ausbildung und Arbeit, neue Sprachen, Beziehungen, Erfahrungen, Herausforderungen und persönliche Träume.
So wurde sichtbar, dass jede Person mit einer eigenen Geschichte in den Bundesfreiwilligendienst startet – und dass genau diese unterschiedlichen Erfahrungen auch eine Stärke für die gemeinsame Arbeit sein können.
Gemeinsamkeiten entdecken
Neben der individuellen Reflexion spielte auch die Gruppe eine wichtige Rolle. Beim gemeinsamen „Netz der Gemeinsamkeiten“ entdeckten die Teilnehmenden Verbindungen untereinander und machten sichtbar, welche Erfahrungen, Interessen oder Wünsche sie miteinander teilen.
Gerade für internationale Freiwillige kann der Bundesfreiwilligendienst weit mehr sein als eine praktische Tätigkeit. Er bietet die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen, Sprachkenntnisse weiterzuentwickeln, eigene Fähigkeiten zu entdecken und sich mit persönlichen sowie beruflichen Perspektiven auseinanderzusetzen.
Der Seminartag schuf dafür einen geschützten Raum, in dem persönliche Erfahrungen freiwillig geteilt, Fragen gestellt und neue Gedanken entwickelt werden konnten.
Vom bisherigen Weg in die Zukunft
Ob am Anfang oder kurz vor dem Ende des Bundesfreiwilligendienstes: Die Frage nach dem eigenen Lebensweg bekommt je nach Situation eine andere Bedeutung.
Für neue Freiwillige kann der Blick zurück dabei helfen, sich der eigenen Ressourcen bewusst zu werden und Ziele für die kommende Zeit zu formulieren. Für diejenigen, deren BFD bald endet, bietet sich die Gelegenheit, Erfahrungen auszuwerten und zu überlegen, welche Erkenntnisse, Fähigkeiten und Kontakte sie mit in die nächste Lebensphase nehmen möchten.
So wurde aus dem Seminar ein Tag voller persönlicher Reflexion, gegenseitigem Austausch und neuer Perspektiven.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihre Offenheit, ihr Vertrauen und die vielen besonderen Gespräche während des Seminars.
Hintergrund
Ein Bundesfreiwilligendienst (BFD) bietet die Möglichkeit, sich gesellschaftlich zu engagieren, praktische Erfahrungen zu sammeln und neue persönliche oder berufliche Perspektiven zu entwickeln. Für Menschen mit Migrationserfahrung kann er beispielsweise einen Übergang vom Integrationskurs in den Beruf unterstützen, Sprachkenntnisse im Alltag festigen und den Aufbau eines sozialen Netzwerks erleichtern. Gleichzeitig kann ein BFD unabhängig von der eigenen Biografie eine gute Möglichkeit sein, sich an Wendepunkten neu zu orientieren und eigene Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Ein Freiwilligendienst kann bis zu zwölf Monate dauern. Die Freiwilligen sind sozialversichert und erhalten ein Taschengeld. Auch das einewelt haus Magdeburg ist Einsatzort für jährlich bis zu 20 Freiwillige. Sie unterstützen unter anderem in den Bereichen Haustechnik, Beratung und Veranstaltungsbegleitung und tragen damit zur Arbeit der AGSA-Geschäftsstelle und ihrer Mitgliedsorganisationen bei.
Weitere Informationen zum Bundesfreiwilligendienst im einewelt haus:
www.agsa.de/bundesfreiwilligendienst-im-einewelt-haus.html
Bei Interesse berät die BFD-Koordinatorin der AGSA:
Daria Filonenko
Tel.: 0391 5371-217
E-Mail: daria.filonenko@agsa.de
Zur Servicestelle und Förderung
Die Servicestelle „Freiwilligendienste – Integriert in Sachsen-Anhalt“ befindet sich in Trägerschaft der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e. V. und wird in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt e. V. (lagfa) umgesetzt.
Die Servicestelle wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.