Tag der Erinnerung 2026
26 Jahre nach dem Mord an Alberto Adriano
Am 11. Juni 2000 wurde Alberto Adriano in Dessau brutal von Neonazis angegriffen, wenige Tage später erlag er den Folgen seiner schweren Verletzungen. An der Erinnerungsstele im Stadtpark gedachten seiner 26 Jahre später rund 60 Personen.
May Minhel, die in Dessau geboren wurde, sprach von einer „Enge in der Brust und der trügerischen Ruhe“ an der Gedenkstele – dem Ort, an dem Alberto Adriano vor 26 Jahren von Neonazis ermordet wurde. Dieser Ort verpasse uns eine „mahnende Ohrfeige“ und erinnere uns daran, gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Einen poetischen Impuls zur Erinnerungskultur mit Bezügen zum kolonialen Erbe brachte Stefanie-Lahya Aukongo ein, begleitet von einem dynamischen „Call and Respond“ mit dem Publikum: „Wer erinnert sich? Wir erinnern uns.“ Für die musikalische Begleitung der Beiträge und der anschließenden Blumenniederlegung sorgte die Leipziger Gruppe Senegambia mit Trommeln und der Kora.
Ein Höhepunkt des diesjährigen Gedenkens war der anschließende Besuch der Neuen Synagoge Dessau gemeinsam mit angehenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern der Alice Salomon Hochschule Berlin. Durch das 2023 eröffnete, neu erbaute jüdische Gotteshaus, führte Aron Russ, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde zu Dessau.
Zu den Mitwirkenden des Tags der Erinnerung 2026 gehörten die Auslandsgesellschaf Sachsen-Anhalt e.V (AGSA), der Landesverband Jüdischer Gemeinden und die Jüdische Gemeinde Dessau. Gefördert wurde der „Tag der Erinnerung“ von der Amadeu Antonio Stiftung sowie mit finanzieller Unterstützung durch das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Magdeburg im Rahmen des AGSA-Projektes „Interkultur 2026“.
Am Tatort wurde 2002 die Gedenkstele mit der Aufschrift „Alberto Adriano – Opfer rechter Gewalt – 11. Juni 2000“ errichtet. Sein Tod steht als Mahnmal für die tödlichen Konsequenzen von Rassismus und Menschenverachtung. Jährlich wird daran vom Multikulturellen Zentrum Dessau e.V. in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. und anderen Akteuren im Stadtpark Dessau erinnert.