„Unseren Stimmen einen Raum geben“: Frauen stärken, Netzwerke gestalten
„Unseren Stimmen einen Raum geben“: Frauen stärken, Netzwerke gestalten
Wie können Frauen ihre Erfahrungen, Fähigkeiten und Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen? Und welche Räume und Strukturen braucht es, damit Begegnung, Teilhabe und gemeinsames Engagement möglich werden?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich am 8. und 9. Oktober 2026 die zweitägige Vernetzungsveranstaltung „Unseren Stimmen einen Raum geben“ in Magdeburg. Organisiert von der .lkj) Sachsen-Anhalt, brachte sie Frauenprojekte, Vereine und Engagierte zusammen. Auch die Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) nahm teil.
Teilhabe braucht Räume und verlässliche Strukturen
Bereits zum Auftakt wurde deutlich, wie wichtig Vernetzung und gegenseitige Unterstützung gerade in gesellschaftlich und politisch herausfordernden Zeiten sind.
Einen Einblick in seine Arbeit gab das Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. aus Köln. Mit Bildungs-, Beratungs- und Begegnungsangeboten stärkt der Verein Frauen und Familien darin, eigene Fähigkeiten zu entdecken, Selbstvertrauen aufzubauen und gesellschaftliche Teilhabe aktiv zu gestalten.
Auf dem anschließenden Podium diskutierten Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtverwaltung darüber, wie Frauen Magdeburg stärker mitgestalten können. Dabei wurde deutlich: Viele Frauen mit Migrationsgeschichte bringen Qualifikationen, Erfahrungen und Ideen mit. Damit diese Potenziale sichtbar und wirksam werden können, braucht es niedrigschwellige Zugänge, verlässliche Beratung, Anerkennung und konkrete Möglichkeiten der Mitgestaltung.
Ein besonderer Fokus lag auf der langfristigen Sicherung zivilgesellschaftlicher Strukturen. Vereine, Beratungsstellen und Initiativen schaffen wichtige Räume für Unterstützung und Beteiligung. Damit diese Arbeit nachhaltig wirken kann, braucht sie verlässliche Rahmenbedingungen und Sichtbarkeit. Auch eine stärkere Beteiligung von Frauen mit Migrationsgeschichte in Behörden, Gremien und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen wurde als wichtige Aufgabe benannt.
Vernetzung als Grundlage für gemeinsames Handeln
Für die WSD-Fachstelle der AGSA knüpften die Gespräche unmittelbar an die eigene Arbeit an. Zivilgesellschaftliche Vernetzung, gesellschaftliche Teilhabe und die Stärkung von Engagement sind wichtige Voraussetzungen für eine offene und solidarische Gesellschaft.
Der Austausch bot Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Akteur*innen kennenzulernen und Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen zu entwickeln. Gerade dort, wo unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen zusammenkommen, können neue Ideen und tragfähige Netzwerke entstehen.
Frauen in der Stadtgeschichte sichtbar machen
Am zweiten Veranstaltungstag führte ein Stadtspaziergang mit Nadja Gröschner zu bedeutenden Frauen der Magdeburger Geschichte. Von Königin Editha über Mechthild von Magdeburg bis zu weiteren Persönlichkeiten wurde sichtbar, welchen Anteil Frauen an der Entwicklung der Stadt hatten – und wie wichtig es ist, Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen.
Damit schlug der Rundgang zugleich eine Brücke zur Gegenwart: Sichtbarkeit und Teilhabe beginnen auch damit, wessen Geschichten erzählt, wessen Leistungen wahrgenommen und wessen Stimmen gehört werden.
Die zentrale Botschaft der beiden Tage war deshalb klar: Frauen bringen Wissen, Kompetenzen und Engagement bereits mit. Entscheidend sind Räume und Strukturen, in denen sie diese einbringen, sich vernetzen und gemeinsam Veränderungen anstoßen können.
Hintergrund und Förderung
Die Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) bei der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. verbindet globale Themen mit lokaler Bildungs-, Begegnungs- und Netzwerkarbeit. Sie stärkt gesellschaftliches Engagement, bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und setzt sich für eine weltoffene, solidarische und nachhaltige Gesellschaft ein.
Die Fachstelle wird gefördert von Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.