WSD im Juni: Globale Zusammenhänge sichtbar machen, Begegnung schaffen, Nachhaltigkeit erleben
WSD im Juni: Globale Zusammenhänge sichtbar machen, Begegnung schaffen, Nachhaltigkeit erleben
Der Juni war für die Fachstelle „Weltoffen. Solidarisch. Dialogisch.“ (WSD) bei der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) ein vielfältiger Monat voller Begegnungen, Aktionen und Gespräche. Im Mittelpunkt standen Fragen globaler Gerechtigkeit, nachhaltigen Konsums, Klimaanpassung, Wasser, demokratischer Teilhabe und internationaler Verständigung.
Ob beim Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg, beim Hitzeaktionstag in Magdeburg, beim Kleidertausch zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit, bei einer gemeinsamen Wasser-Aktion in der Villa Fohrde oder bei Musik- und Begegnungsformaten im einewelt haus und in der Festung Mark: Die WSD-Fachstelle machte globale Nachhaltigkeitsziele konkret erfahrbar und lud Menschen dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Weltoffenes Sachsen-Anhalt beim Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg
Vom 5. bis 7. Juni 2026 fand der 24. Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg statt. Unter dem Motto „Wo Sachsen-Anhalt trifft“ präsentierten sich hunderte Organisationen tausenden Besucher*innen. Mit dabei war auch die traditionsreiche Themenstraße „Weltoffenes Sachsen-Anhalt“, die in diesem Jahr erstmals durch die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. koordiniert wurde.
Über 20 Organisationen gestalteten gemeinsam einen Raum für Begegnung, Austausch und Anerkennung. Die Themenstraße zeigte die Vielfalt des Landes und machte sichtbar, wie wichtig Weltoffenheit, demokratische Kultur und zivilgesellschaftliches Engagement für Sachsen-Anhalt sind. Auch die Fachstelle WSD war mit dem SDG-Glücksrad vor Ort und lud Besucher*innen dazu ein, sich spielerisch mit den globalen Nachhaltigkeitszielen auseinanderzusetzen.
Die Angebote an den Ständen reichten von Mitmach-Aktionen über Informationsmaterialien und Gespräche bis hin zu kulinarischen Verkostungen und kreativen Formaten. Auf der Bühne „Weltoffenes Sachsen-Anhalt“ ergänzten Musik, Tanz, Interviews, Theater und Gespräche das Programm. So wurde Weltoffenheit nicht nur behauptet, sondern konkret erlebbar: im gemeinsamen Gespräch, beim Mitmachen, beim Zuhören und in der Begegnung zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Geschichten.
Die Themenstraße machte deutlich: Ein weltoffenes Sachsen-Anhalt entsteht nicht von allein. Es wird täglich durch viele engagierte Menschen, Vereine, Initiativen und Netzwerke gestaltet.
Interkulturelles Sommerfest an der Festung Mark
Am 10. Juni beteiligte sich die WSD-Fachstelle am Interkulturellen Sommerfest an der Festung Mark. Gemeinsam mit der Festung Mark, Mitgliedsorganisationen der AGSA und weiteren Partner*innen entstand ein buntes Sommertreiben auf den Festungswiesen.
Bei gutem Wetter, internationalem Essen, Livemusik und vielen Begegnungen kamen Menschen zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, zu lachen, zu tanzen und eine gute Zeit zu verbringen. Auch die WSD-Fachstelle war vor Ort, führte Gespräche und machte ihre Arbeit sichtbar.
Ein besonderer Dank gilt den beteiligten Mitgliedsorganisationen, darunter Frauenpower Ukrainischer Frauenintegrationsverein in Sachsen-Anhalt e.V., Deutsche Internationale Organisation für Entwicklung und Frieden e.V. (DIOEF), CSD Magdeburg e.V. sowie den Kolleg*innen aus den AGSA-Fachbereichen. Die Trommelgruppe Akaishi Daiko der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. sorgte auf der Bühne für kraftvolle und stimmungsvolle Akzente.
Das Sommerfest zeigte einmal mehr, wie wichtig niedrigschwellige Orte der Begegnung sind. Internationale Verständigung entsteht oft genau dort, wo Menschen gemeinsam essen, Musik hören, miteinander sprechen und neugierig aufeinander bleiben.
Gemeinsam gut durch heiße Tage: Hitzeaktionstag in Magdeburg
Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni beteiligte sich die Fachstelle WSD in der Magdeburger Leiterstraße. Unter dem Motto „Gemeinsam gut durch heiße Tage“ ging es darum, auf die gesundheitlichen Risiken von Hitze aufmerksam zu machen und konkrete Tipps für den Alltag zu geben.
Die Stadtverwaltung Magdeburg wählte die belebte Fußgängerzone gezielt aus, um die Klima-Resilienz zu stärken und den lokalen Trinkbrunnen bekannter zu machen. Besonders vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Schwangere, chronisch kranke Menschen, Kinder und obdachlose Menschen sind bei hohen Temperaturen auf Schutz, Aufmerksamkeit und praktische Unterstützung angewiesen.
Die Fachstelle WSD war mit dem interaktiven SDG-Glücksrad vor Ort. Spielerisch kamen Besucher*innen mit den globalen Nachhaltigkeitszielen in Kontakt und sprachen über Klimaanpassung, Gesundheit, soziale Ungleichheit und verantwortungsvolles Handeln im Alltag.
Vor Ort gab es außerdem Informationen zur richtigen Flüssigkeitszufuhr, kostenlose Becher am Trinkbrunnen, Hitzeschutztipps, Kinderaktionen, Beteiligungswände sowie Blutdruck- und Pulsmessungen durch medizinisches Fachpersonal. Der Aktionstag machte deutlich, dass Klimaanpassung nicht abstrakt bleiben darf. Sie betrifft unseren Alltag, unsere Städte und besonders jene Menschen, die ohnehin stärker belastet sind.
Kleidertausch zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit
Am Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni, lud die WSD-Fachstelle zu einem Kleidertausch ein. Dabei stand nicht nur das Tauschen gut erhaltener Kleidung im Mittelpunkt, sondern auch die Auseinandersetzung mit den globalen Auswirkungen unseres Konsums.
Weltweit waren im Jahr 2024 rund 138 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen. Etwa 54 Millionen von ihnen verrichteten gefährliche Arbeiten, die ihre Gesundheit, Sicherheit und Entwicklung gefährden. Kinderarbeit ist häufig Teil globaler Lieferketten, etwa beim Anbau von Rohstoffen wie Baumwolle oder bei der Herstellung von Produkten für den internationalen Markt.
Gerade die Textilindustrie zeigt, wie eng unser Konsumverhalten mit globalen Arbeitsbedingungen verbunden ist. Der hohe Bedarf an günstiger und schnell verfügbarer Kleidung kann Produktionsbedingungen begünstigen, unter denen Arbeits- und Menschenrechte nicht ausreichend geschützt werden.
Die Veranstaltung griff diese Zusammenhänge über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf, insbesondere SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“, SDG 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ und SDG 10 „Weniger Ungleichheiten“.
Beim Kleidertausch konnten Besucher*innen Kleidung mitbringen, weitergeben und neue Lieblingsstücke entdecken. Ergänzt wurde das Angebot durch Informationsmaterialien, ein interaktives Quiz sowie kurze Informationsvideos zur Situation von Kinderarbeit im Baumwollanbau und in globalen Lieferketten.
So wurde deutlich: Nachhaltiger Konsum muss nicht Verzicht bedeuten. Kleidung länger zu nutzen, zu tauschen oder weiterzugeben, schont Ressourcen, vermeidet Abfall und kann dazu beitragen, den Druck auf immer günstigere und schnellere Produktionsweisen zu verringern.
Wir danken allen Teilnehmenden für die mitgebrachten Kleidungsstücke, die interessierten Fragen und die vielen Gespräche über faire Arbeitsbedingungen, globale Verantwortung und bewussten Konsum.
Dezentrale WSD-Aktion in der Villa Fohrde: Leitungswasser im Mittelpunkt
Am 14. Juni fand in der Villa Fohrde eine besondere Veranstaltung im Rahmen der dezentralen WSD-Aktionen statt. Dafür arbeiteten zwei WSD-Stellen zusammen: die WSD-Stelle in der Villa Fohrde und die WSD-Fachstelle bei der AGSA. Gemeinsam gestalteten sie einen Nachmittag rund um das Thema Leitungswasser.
Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Gleichzeitig ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser weltweit sehr ungleich verteilt. Während in Deutschland Wasser meist selbstverständlich aus dem Hahn kommt, haben viele Menschen weltweit keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Damit steht das Thema in direktem Zusammenhang mit SDG 6 „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“. Auch SDG 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ und SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ wurden aufgegriffen.
Die Besucher*innen konnten sich spielerisch und kreativ mit dem Thema Wasser auseinandersetzen. Besonders beliebt war das Glücksrad, bei dem fair produzierte Wasserflaschen aus Deutschland verlost wurden. Auf der Pinnwand „Wassertropfen der Gemeinsamkeiten“ hielten Kinder und Erwachsene fest, warum Wasser für Menschen, Tiere, Pflanzen und unsere Umwelt wichtig ist. Wasserspaßaktionen, Musik mit unterschiedlich gefüllten Gläsern und Geschicklichkeitsspiele ergänzten das Programm.
Ein besonderer Mittelpunkt war der Treffpunkt „Pizzaofen“. Gemeinsam wurden Pizzen vorbereitet, gebacken, geteilt und gegessen. Dabei entstanden Gespräche über Alltagserfahrungen, gesellschaftliche Fragen und politische Themen. Der Pizzaofen wurde so zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und des gemeinschaftlichen Lernens.
Die Aktion zeigte, wie globale Themen wie Wasserzugang, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz niedrigschwellig, kreativ und gemeinschaftlich vermittelt werden können.
Fête de la Musique im einewelt haus
Am 21. Juni wurde im einewelt haus Magdeburg erstmals die Fête de la Musique gefeiert. Als neuer Spielort war die AGSA Teil des größten Umsonst-und-draußen-Musikfestes der Stadt. Für die AGSA und die WSD-Fachstelle war der Tag ein starkes Zeichen für kulturelle Begegnung, Offenheit und internationale Verständigung.
Die Deutsch-Französische Gesellschaft Magdeburg präsentierte ihre Städtepartnerschaftsaktivitäten mit Le Havre und bot süße und herzhafte Köstlichkeiten an. Der Weltladen öffnete seine Türen und versorgte Besucher*innen mit kühlen Getränken und kleinen Snacks. Die WSD-Fachstelle brachte sich mit Kleidertausch, Glücksrad und Sonnencreme ein und verband so Musik, Begegnung und nachhaltige Themen auf niedrigschwellige Weise.
Auf der Bühne sorgten JammBall, appe køppe, Herr Kluge und Klangsport Buckau für ein abwechslungsreiches musikalisches Programm. Gemeinsam wurde getanzt, geredet, gegessen und gefeiert. Die Fête de la Musique zeigte, wie Kultur Räume öffnen kann: für Begegnung, Austausch und ein solidarisches Miteinander.
Weltspiel mit Oikocredit: Globale Gerechtigkeit erfahrbar machen
Zum Abschluss des Monats am 30. Juni, gemeinsam mit dem AGSA-Mitgliedsverein Oikocredit – Ostdeutscher Förderkreis e.V., lud die WSD-Fachstelle außerdem zu einem interaktiven Weltspiel ein. Im Mittelpunkt standen Fragen nach globaler Gerechtigkeit, Demokratie und Zukunft: Wer hat die Macht? Wem gehört die Welt? Wie gerecht ist unsere Welt?
Das Weltspiel machte globale Zusammenhänge sichtbar und körperlich erfahrbar. Wie sind Menschen, Reichtum, Ressourcen und politische Macht auf der Erde verteilt? Welche Auswirkungen hat diese Verteilung auf das Leben von Menschen weltweit? Und welche Handlungsmöglichkeiten gibt es für eine gerechtere Zukunft?
Die Veranstaltung griff zentrale Nachhaltigkeitsziele auf, darunter SDG 1 „Keine Armut“, SDG 10 „Weniger Ungleichheiten“, SDG 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ sowie SDG 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“. Durch Spiel, Austausch und Diskussion wurde deutlich, dass globale Ungleichheiten nicht nur Zahlen auf Papier sind, sondern konkrete Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaften haben.
Ein Monat voller Begegnung, Bildung und Dialog
Der Juni hat gezeigt, wie vielfältig die Arbeit der Fachstelle „Weltoffen. Solidarisch. Dialogisch.“ ist. Die WSD-Fachstelle verbindet politische Bildung, globale Nachhaltigkeitsziele und konkrete Alltagsthemen mit Begegnung, Beteiligung und Austausch.
Ob Hitze, Wasser, Kinderarbeit, nachhaltiger Konsum, globale Ungleichheiten, kulturelle Vielfalt oder demokratischer Zusammenhalt: Die Veranstaltungen im Juni machten sichtbar, dass globale Fragen immer auch lokale Fragen sind. Sie betreffen unser Zusammenleben in Magdeburg, in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.
Ein besonderer Dank gilt allen Kooperationspartner*innen, Mitgliedsorganisationen, Besucher*innen, Helfer*innen und Beteiligten, die diese Aktivitäten möglich gemacht haben. Durch ihr Engagement konnten im Juni viele Räume entstehen, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kamen, Neues lernen konnten und gemeinsam an einer weltoffenen, solidarischen und dialogischen Gesellschaft mitgewirkt haben.
Die Fachstelle „Weltoffen. Solidarisch. Dialogisch.“ (WSD) bei der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. wird von Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt gefördert.