Netzwerk trifft Film: „Ernte teilen“ – gemeinsam Verantwortung für unsere Lebensmittel übernehmen

Netzwerk trifft Film: „Ernte teilen“ – gemeinsam Verantwortung für unsere Lebensmittel übernehmen

Wie kann Landwirtschaft solidarisch, nachhaltig und gemeinschaftlich gestaltet werden? Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung „Netzwerk trifft Film“ in Magdeburg mit dem Dokumentarfilm „Ernte teilen“.

Die Filmreihe wird von unserer Mitgliedsorganisation Oikocredit – Ostdeutscher Förderkreis e. V. organisiert und findet auch in Berlin und Eberswalde statt. In Magdeburg wurde die Veranstaltung von der Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) unterstützt.

Solidarische Landwirtschaft im Mittelpunkt

Der Dokumentarfilm „Ernte teilen“ stellt Menschen und Initiativen vor, die neue Wege in der Landwirtschaft gehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Produzentinnen und Verbraucherinnen gemeinsam Verantwortung für die Lebensmittelproduktion übernehmen können.

Im anschließenden Gespräch ging es insbesondere um das Modell der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi). Dabei tragen Mitglieder einen landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam durch regelmäßige Beiträge und erhalten dafür einen Anteil der Ernte. Kosten und wirtschaftliche Risiken werden geteilt, während die Betriebe mehr Planungssicherheit gewinnen.
Gleichzeitig rücken regionale Versorgung, ökologische Landwirtschaft, faire Arbeitsbedingungen und ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln in den Fokus.

Von der regionalen Ernte zu globalen Fragen

Die Diskussion zeigte, dass unsere Lebensmittelproduktion eng mit globalen Herausforderungen verbunden ist: mit Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Ressourcennutzung und der Frage nach einem gerechten Zugang zu gesunden und nachhaltig produzierten Lebensmitteln.

Damit bestehen direkte Bezüge zu mehreren Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – insbesondere zu SDG 2 „Kein Hunger“, SDG 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ und SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“.

Für die WSD-Fachstelle liegt genau darin die Bedeutung solcher Formate: Globale Zusammenhänge werden anhand konkreter Fragen aus dem Alltag greifbar und gemeinsam diskutierbar.

Wie kann es praktisch funktionieren?

Die Gesprächsrunde bot viel Raum für Fragen: Wie werden Kosten und Ernte innerhalb einer Solawi verteilt? Welche Aufgaben übernehmen die Mitglieder? Wie gehen Betriebe mit wechselnden Wetterbedingungen, saisonalen Ernten und hohem Arbeitsaufwand um?

Darüber hinaus tauschten sich die Teilnehmenden über weitere Möglichkeiten regionaler Lebensmittelversorgung aus – etwa Wochenmärkte, Hofläden, saisonale Gemüsekisten oder Gemeinschaftsgärten.

Der Abend machte deutlich: Lebensmittel sind mehr als Waren im Supermarkt. Hinter ihnen stehen ökologische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge. Gemeinschaftliche Modelle können dazu beitragen, Verantwortung anders zu verteilen und regionale sowie nachhaltige Strukturen zu stärken.

Vielen Dank an Oikocredit – Ostdeutscher Förderkreis e. V. für die Organisation der Filmreihe und an alle Teilnehmenden für den offenen und anregenden Austausch.

Hintergrund und Förderung

Die Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ (WSD) bei der AGSA verbindet globale Themen mit lokaler Bildungs-, Begegnungs- und Netzwerkarbeit. Sie macht globale Zusammenhänge im Alltag sichtbar und stärkt Engagement für eine weltoffene, solidarische und nachhaltige Gesellschaft.

Die Fachstelle wird gefördert von Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

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